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Genuss
10/24/2019

Achtung: Krebsverdächtige Mineralöl-Rückstände in Säuglingsmilch

Foodwatch warnt vor krebsverdächtigen Mineralöl-Rückständen in Säuglingsmilch von Nestlé und Novalac.

von Anita Kattinger

Die Verbrauschutz-Organisation Foodwatch fand in Säuglingsmilch-Produkten von Nestlé und Novalac gesundheitsgefährdendes Mineralöl: Laut Laboranalysen, die die deutschen Konsumentenschützer am Donnerstag veröffentlichten sind die in Österreich erhältlichen Nestlé-Produkte "Beba Optipro Pre, 800 g, von Geburt an" und "Beba Optipro 1, 800 g, von Geburt an" betroffen sowie die in deutschen Apotheken erhältliche "Novalac Säuglingsmilchnahrung Pre, 400g".

Bei den Labortests wurden in dem Milchpulver sogenannte aromatische Mineralölbestandteile nachgewiesen, die im Verdacht stehen, Krebs auszulösen.

"Aromatische Mineralölbestandteile haben in Lebensmitteln nichts zu suchen – schon gar nicht in Produkten für Säuglinge. Gerade bei Lebensmitteln für Neugeborene müssen sich die Eltern absolut darauf verlassen können, dass die Produkte gesundheitlich unbedenklich sind", erklärte Martin Rücker, Geschäftsführer von foodwatch-Deutschland.

foodwatch forderte Nestlé und Novalac auf, die belasteten Produkte sofort zurückzurufen und die Eltern vor dem Gebrauch der Produkte zu warnen. Unter foodwatch.org startete eine Online-Petition, mit dem Verbraucherinnen und Verbraucher diese Forderung unterstützen können. Zudem forderte die Organisation Handelsketten und Apotheken auf, den Verkauf der Produkte zu stoppen.

Die getesteten Chargen wurden Ende Juli und Anfang August 2019 gekauft. Nach dem ersten Labortest beauftragte die Organisation eine wiederholte Analyse im selben Labor, zudem auch zwei weitere Laboratorien, um die Befunde zu überprüfen.

Nach Einschätzung von foodwatch könnten sie von den als Verpackung verwendeten Weißblechdosen auf die Produkte übergegangen sein. Bei deren Produktion werden so genannte Walz- und Schneidöle verwendet.

Die Verbraucherorganisation rät Eltern, ihren Kindern vorsorglich keine Säuglingsmilch aus Weißblechdosen mehr zu füttern, bis die Hersteller belegen können, dass die Produkte unbelastet sind.

Die von foodwatch in bestimmten Babymilchpulvern festgestellten aromatisierten Mineralölrückstände (MOAH) "gehören definitiv nicht in Lebensmittel", sagte Birgit Beck, Ernährungswissenschafterin beim Verein für Konsumenteninformation (VKI), auf APA-Anfrage. Die Forderungen nach Rückruf und Verkaufsstopp seien daher gerechtfertigt, ebenso wie eine Null-Toleranz beim Nachweis in Säuglingsnahrung.

Donnerstagabend reagierte der Nahrungsmittelkonzern Nestle auf die Vorwürfe: "Wir möchten allen Müttern und Vätern versichern, dass die Babys weiterhin sicher mit unserer Säuglingsnahrung gefüttert werden können." Die Babymilchpulver "erfüllen alle lebensmittelrechtlichen Vorschriften in der EU", hielt das Unternehmen fest.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bezeichnet diese Art von Verunreinigungen auf seiner Webseite generell als "unerwünscht". Übergänge auf Lebensmittel sollten minimiert werden. "Eine gesundheitliche Bewertung ist aufgrund der unzureichenden Datenlage nicht möglich", hieß es. Bei früheren Funden von Mineralölspuren, etwa in Schokolade aus Adventkalendern, verwiesen Experten auf geringe tägliche Aufnahmemengen.

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