Genuss
05.12.2018

450 Kalorien pro Stück: Das geilste Keks der Welt

Es ist absurd, gerade zu Weihnachten die Kalorien zu zählen. Deshalb erfand der KURIER das üppigste Keks der Welt. Endlich.

Seit einigen Jahren wird oft die Frage thematisiert, wie viele Kalorien verschiedene Weihnachtskekse haben – ja, auch in der Publikation in Ihren Händen. Zwar war der Advent einmal eine Art Fastenzeit, Reduktion und Reinigung vor der Ankunft des Jesuskinds, aber heute ist es absurd, just im Monat des Schlemmens auf die Linie zu achten. Weihnachten ist eine Orgie, so oder so.

Video: Das geilste Keks der Welt in der Entstehung

Natürlich entwickelte sich dadurch eine Industrie rund um spezielle Kekse – von low carb bis vegan. Das alles passt weder zu üppigen Dekorationen, Geschenkehaufen und langen Shoppingschlangen. Unser Advent braucht ein fettes Keks, das man am ersten Adventsonntag genüsslich verzehrt und dann bis Heilig Abend genug hat. Die Essenz des Keksmampfens, ein Keks, von dem man kein zweites braucht.

Der Welt fehlt das geilste Weihnachtskeks. „Geil“ heißt im Ursprung fett und üppig, erst seit zwei Generationen wird es auch für „großartig“ und „toll“ benutzt. Der KURIER stellt sich der Herausforderung, das Superkeks zu erfinden: üppig und toll. Aktuell gelten Vanillekipferl und Zimtsterne als kalorienreichste Kekse: 400 bis 500 Kalorien pro 100 Gramm. Das muss doch zu toppen sein. Aber es muss ein Keks bleiben und schmecken. Keine Blödeleien.

Entstehung eines Superkeks

Entstehung eines Superkeks

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Doris Shanker in ihrer Kekswerkstatt Zuckerkringel

Die Zutaten zum Superkeks-Mürbteig

Pürierte Grammeln sehen aus wie Haselnusscreme

5 Millimeter dick ausrollen und runde Formen ausstechen

Butter cremig schlagen, andere Zutaten dazu

Kekse dünn mit Buttercreme bestreichen ...

... dann mit der Marmelade

Für Kalorienbewusste: Grammelkekse vor der Schokoglasur

Kekse halb in weiße Kuvertüre tauchen

Und mit Zuckerkugeln bestreuen

Auf die andere Hälfte kommt Staubzucker

Daher sagt die professionelle Keksbäckerin während der Rezept-Besprechung Sätze wie: „Wenn wir noch mehr Fett reingeben, rinnt das beim Backen dann raus.“ Doris Shanker hat sich mit ihrer Kekswerkstatt „Zuckerkringel“ in Wien 18 auf das Kreieren und Designen von Keksen spezialisiert. Die Idee des geilsten Keks gefällt ihr, aber sie wehrt sich gegen ein uferloses Gemansche. Neben mehr Fett lehnt sie auch einen gefüllten Kern ab („Soll ja keine Praline sein!“) und jegliches Herausbacken in Schmalz. Gut, dass die Expertin dabei ist, denkt man an dieser Stelle vielleicht.

Auch Marzipan als Zutat lehnt Shanker ab. Protest! Warum? „Weil das nicht zu den Grammeln passt“, sagt sie sanft. Gute Antwort, Protest zurückgezogen. Die (ungesalzenen) und fein (!) pürierten Grammeln werden mit den anderen Zutaten zu einem Mürbteig verknetet. Nach einer Stunde im Kühlschrank fünf Millimeter dick ausrollen, runde Formen ausstechen und bei 175 Grad Unter-/Oberhitze 8 bis 10 Minuten backen. Während die Kekse auskühlen, Butter cremig und mit den anderen Zutaten verrühren, dünn auf ein Keks streichen, Marmelade (püriert) auch drauf, mit anderem Keks schließen.

Das halbe Doppelkeks in geschmolzene Kuvertüre tauchen, auf Backpapier legen, Zuckerkugeln drauf, andere Hälfte mit Staubzucker bestreuen, Figur aus Zuckermasse aufsetzen, aushärten lassen. Fertig.

Aus der angegebenen Menge lassen sich 16 bis 18 Kekse machen, mit rund 450 Kalorien – pro Stück. Auf 100 Gramm gerechnet sind das 671 Kalorien, also eineinhalb Mal soviel wie bei Vanillekipferl und Zimtstern.

Shanker hält kurz inne, als sie kostet. Der Zucker schießt rasch durch den Körper, aber der Geschmack hält. Die Grammeln geben dem Keks etwas Nussiges, insgesamt ist die Komposition geil, aber sehr stimmig. In ihr Sortiment wird die Bäckerin das Keks aber nicht aufnehmen, sagt sie mit einem Schmunzeln. „Aber auf Bestellung mach ich es.“ Es reicht, wenn man pro Person eines nimmt.