Circus Maximus.

© Getty Images/iStockphoto/Fabianodp/IStockphoto.com

freizeit Reise
07/26/2020

Rom: Opernfestival im Circus Maximus

Dort, wo in der Antike Wagenrennen stattfanden und die römischen Cäsaren die Huldigungen der Bevölkerung entgegennahmen, spielt heuer Roms Oper auf.

Die Oper Rom gibt nach dem langen Lockdown das Signal für das Wiederaufblühen des Kulturlebens in der italienischen Hauptstadt, und das vor einer wahrhaft grandiosen Kulisse, den Überresten der Kaiserpaläste auf dem Palatin.

„Wir gehen aus dem Albtraum des Coronavirus hervor, hin zur Verwirklichung eines Traums: Opern zum ersten Mal im Circus Maximus aufzuführen,“ sagt Carlo Fuortes, der Direktor der Oper Rom. „Der Circus Maximus ist emblematisch für Rom. Er ist einer der großartigsten Veranstaltungsorte, die die Menschheit jemals erschaffen hat.“ Fuortes lässt gerade eine 1.500 Quadratmeter große Bühne im Oval des Circus Maximus errichten. Dort, wo das legendäre Wagenrennen im Filmklassiker „Ben Hur“ stattfindet, werden dieses Jahr tausend Kultur-Afficionados pro Vorstellung Platz finden, alles naturgemäß unter Einhaltung des sozialen Sicherheitsabstands.

„Dies wird ein fürwahr außergewöhnlicher Sommer“, verkündet Virginia Raggi, die Bürgermeisterin von Rom und Präsidentin der Stiftung Oper Rom in einer riesigen Werkstatt im fünften Stock des wuchtigen ziegelroten Gebäudes mit Blick auf den Circus Maximus. Das Gebäude verbindet die Oper, die ihr Stammhaus in der Nähe der Stazione Termini hat, und die antike Renn-Arena. Hier stellen Tischler, Maler und Techniker Bühnenbilder und Kulissen her, und hier befindet sich auch das Kostümlager der Oper. „Als Publikum sind wir gewöhnt zu sehen, was sich auf der Bühne abspielt,“ sagt Virginia Raggi, „dahinter jedoch stecken sehr viel Arbeit und Hingabe. Deshalb treffen wir uns heute in den Opernwerkstätten, wir verkünden diesen Neubeginn von der Basis aus. Die Opernaufführungen im Circus Maximus werden zu einem Symbol für Rom, wo das Leben wieder beginnt. “

Anna Netrebko und Yusif Eyvazov

Nach dem dreimonatigen Lockdown Italiens, während dessen auch Fernsehproduktionen, Filmaufnahmen, Theater, Oper und Ballett zum Erliegen kamen, geht es mit Verdis Rigoletto los. Es folgt Der Barbier von Sevilla, eine ur-römische Oper, denn Gioachino Rossini komponierte sie in der damaligen Hauptstadt des Kirchenstaates, und auch die Uraufführung des Barbiers fand in Rom statt. Eine Rigoletto-Galavorstellung ist Ärzten und Krankenschwestern, die auf dem Höhepunkt des Notfalls gegen Covid-19 kämpften und Leben retteten, vorbehalten. Franz Lehars Lustige Witwe wird heuer in der antiken Renn-Arena Wiener Charme versprühen und ein Ballettabend zu Antonio Vivaldis Quattro Stagioni choreografiert.

Anfang August ziehen zwei Weltstars für eine Hommage an Rom im Circus Maximus ein: Die Opernstars Anna Netrebko und ihr Ehemann Yusif Eyvazov. Das Paar gibt ein Programm von Verdi über Dvorák bis Puccini. Es ist das verflixte siebte Jahr für Eyvazov und Netrebko. Die beiden Stars lernten einander in Rom kennen – und lieben. Anna gab ihr Rollendebüt in Manon Lescaut unter dem Dirigat von Riccardo Muti, der sie dem aserbaidschanischen Tenor Yusif vorstellte. Der Rest ist Operngeschichte. Das Wetter wird im August in Rom bestimmt mitspielen, schließlich wollte Yusif Eyvazov eigentlich Meteorologe werden, so wie sein Vater, und studierte schon Meteorologie an der Universität Baku, bevor er die Opernlaufbahn einschlug.

Für die römische Oper sind Freiluftaufführungen kein Novum. Bereits seit knapp hundert Jahren zieht die Oper jeden Sommer in die Thermen des Caracalla. Das riesige Fitnesscenter aus der Antike, mit Bädern und Sporthallen, befindet sich ganz in der Nähe des Circus Maximus. Doch für die heuer notwendige soziale Distanzierung sind die Caracalla-Thermen nicht ideal, weil es nicht genügend getrennte Ein- und Ausgänge gibt, erklärt Operndirektor Fuortes. Die Opernzone im weitläufigen Circus wird vier Ein- und Ausgänge haben, maximale Sicherheit ist garantiert.

Ballerinas müssen übrigens keine Masken tragen, sie dürfen einander aber auch nicht berühren. Hebefiguren sind nur dann erlaubt, wenn das Tanzpaar auch abseits der Bühne zusammen ist. In diesem Fall wird das Infektionsrisiko als minimal angesehen. Der Erfolg dagegen als maximal.

Guido Tartarottis Lieblingsplätze in Rom

Essen In der Via  Urbana in der Suburra – so etwas Ähnliches wie der Spittelberg Roms – liegt das „Sciuè Sciuè“, wo man typisch römische Küche auf höherem Niveau genießen kann. Wer es einfacher mag: Nur ein Haus weiter bietet die „Osteria della Suburra“ ehrliches, gutes italienisches Essen ohne zuviel Schnickschnack.

Rasten Ein besonders schönes Viertel, das Touristen meist nur „streifen“, um das öde Foto beim Bocca della Verita zu machen, ist der Aventin-Hügel. Es gibt dort schattige Parks, alte Häuser mit alten Bäumen, einen herrlichen Blick Richtung Trastevere und Vatikan – und die herrlichen frühchristlichen Kirchen Santa Sabina und Santi Bonifacio e Alessio.

Schauen Auch, wenn es für einen Tipp fast zu logisch ist: Wenn man ein Museum in Rom gesehen haben muss, dann ist es das des Vatikans. Klar, es gibt hier die „Stanzen“ des Raffael, die Borgia-Gemächer und die Sixtinische Kapelle – aber noch viel, viel mehr. Großartig ist etwa die Galleria delle Carte Geografiche – mit kunstvollen alten Landkarten.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.