Strahlend statt spröde: Rückfettende Cremen beugen juckender und trockener Haut im Winter vor.

© Getty Images/iStockphoto/Prostock-Studio/iStockphoto

freizeit Mode & Beauty
01/14/2020

Frostschutz: Die besten Pflege-Tipps für Haut und Haar

Hautärztin Tamara Kopp erklärt, wie wir in der kalten Jahreszeit rissige Lippen und raue Hände pflegen.

von Anita Kattinger, Marlene Patsalidis

Der Winter bedeutet für die Haut Stress – warmes und trockenes Raumklima zu Hause sowie frostige Temperaturen auf dem Weg in die Arbeit beanspruchen Haare und Haut. Aber warum ist das so? Die Haut gibt bei geringer Luftfeuchtigkeit mehr Feuchtigkeit ab und trocknet leichter aus. Zudem ziehen sich durch die Kälte die Blutgefäße zusammen, um Wärme zu speichern. Dadurch wird die Haut schlechter durchblutet und mit weniger Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Auch der natürliche Schutzfilm der Haut wird angegriffen: Je kälter es wird, desto weniger Talg produziert die Haut. Für weiteren Stress sorgen Alltagsgewohnheiten wie häufiges Duschen, Vollbäder oder heißes Föhnen der Haare. Hautärztin Tamara Kopp: "Auch kratzende Wollstoffe von Schal und Handschuhen können strapazieren. Die Folge sind raue, rote oder rissige Stellen." Mit diesen Tipps kommen Sie gut durch den Winter:

Sensible Gesichtshaut

Damit die Haut im Gesicht nicht spannt oder sogar trocken wird, gilt es, die Wahl der Pflegeprodukte anzupassen. "In der kalten Jahreszeit darf es für alle Hauttypen eine Spur reichhaltiger sein", sagt Expertin Kopp. Ideal seien Produkte mit pflanzlichen Ölen wie Argan, Linolsäure oder Sheabutter. Feuchtigkeitsspendende Gels sind vor allem beim Outdoorsport ein No-Go. "Wer sich zum Skifahren in die Höhe begibt, sollte außerdem nicht auf entsprechenden Sonnenschutz vergessen. Für Wintersportler gibt es spezielle Cremen mit UV-Schutz, die die Haut rundum gut versorgen."

Beanspruchte Winterhaut freut sich auch über nährende Gesichtsmasken. Feuchtigkeitsspendender Honig, beruhigendes Rosenwasser und regenerierendes Avocado- und Pfirsichkern-Öl sorgen für das pflegende Extra.

Rissige Lippen

Wind, trockene Luft und Kälte verursachen rissige Lippen. "Die Lippenhaut ist um einige Zellschichten dünner als die Haut im Gesicht. Sorgfältige, tägliche Pflege ist deshalb unabdingbar", betont Kopp. Ansonsten können Bakterien in die Risse eintreten, was wiederum unschöne entzündete Stellen an den Mundwinkeln und auf den Lippen verursachen kann. Beim Kauf von Pflegestiften sollte darauf geachtet werden, dass sie natürliche pflanzliche Fette und keine Duft-, Konservierungs- oder Farbstoffe enthalten.

Raue Hände

Die Haut am Handrücken weist eine dünne Fettschicht auf und verträgt Kälte besonders schlecht. "Deswegen sollte man die Hände vorbeugend mit Handschuhen aus atmungsaktivem Material schützen", erklärt die Hautärztin. Tagsüber greifen die wenigsten zu fetthaltigen Handcremen – stattdessen bietet sich eine nächtliche Intensivkur an. "Einfach vor dem Zubettgehen die gewünschte Lotion auftragen, Handschuhe überziehen und über Nacht einziehen lassen." Auch beim Händewaschen ist laut Kopp Vorsicht geboten: Zwar sei Handhygiene in der Erkältungszeit Pflicht, "man sollte jedoch verstärkt auf ölhaltige flüssige Handseife zurückgreifen". Auch das bewahrt die Haut vor dem Austrocknen.

Gereizter Körper

Reichhaltige Emulsionen, die über einen hohen Fettanteil verfügen, beugen Juckreiz und Schuppenbildung am ganzen Körper vor. Wer bereits angeschlagene Hautstellen, etwa an den Schienbeinen, bemerkt, sollte auf Produkte mit wundheilendem Dexpanthenol oder Urea setzen. Dexpanthenol beeinflusst die Aktivität von Genen, die für die Wundheilung relevant sind; der Harnstoff Urea zieht in die Haut ein und bindet Wasser. Ebenfalls nicht unwesentlich: das Raumklima. "Hier kann man mit Luftbefeuchtern arbeiten oder frisch gewaschene Wäsche in der Wohnung aufhängen", rät Kopp.

Schweißfüße

Gegen lästigen Fußgeruch helfen Fußbäder mit desinfizierenden ätherischen Ölen, etwa Lavendel- oder Teebaumöl.

Spröde Haare

Doris Brandhuber, Gründerin der Naturkosmetikmarke "Less is More", rät zu einer Feuchtigkeits- und kraftspendenden Haarpflege. Die Chemikerin und Aromatherapeutin empfiehlt "alle zwei Wochen eine Intensivkur, zum Beispiel mit einem Rosen-Serum, das man über Nacht einwirken lässt."

Platt gedrücktes Haar

Den Haaransatz kopfüber föhnen und mit einem Salz-Spray behandeln: "Das hilft, Volumen unter der Haube zu bewahren. Den Spray sparsam auf den Haaransatz sprühen, etwa zwei Minuten antrocknen lassen und anschließend einmal mit einer Naturborstenbürste durchs Haar bürsten. Dadurch entsteht natürliches Volumen."