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05/20/2021

Summ, Summ: So machen Sie Ihren Garten bienenfreundlich

Wer ein bisschen darauf achtet, dass er Nistplätze und die richtigen Blumen im Garten hat, kann die Hautflügler bald bewundern.

von Ute Brühl

Was für ein Festschmaus: Nelken wachsen hier neben Lobelien, Ziersalbei oder Margeriten. Da lassen sich die Bienen nicht zweimal bitten. Unermüdlich fliegen die Insekten von Blüte zu Blüte und kosten von allem, was in dem riesigen Glashaus derzeit angeboten wird.

Nicht nur Sandbienen, von denen es zig Arten gibt, finden hier in der Nähe von Schönbrunn Nahrhaftes, wie Andreas Fellner weiß. Er arbeitet in der Forschungsabteilung der Höheren Lehranstalt für Gartenbau und Österreichische Bundesgärten. „Wir haben hier viele verschiedene Wildbienen.“

Auch weil es hier einige Nistplätze gibt: „Wir haben Versuche mit Insektenhotels gemacht und bemerkt, dass die wenigsten von Bienen genutzt werden. Die lieben eher die aneinandergeklebten Bambusrohre.“

Totholz bohren

Ein anderes beliebtes Schlupfloch kennt Dominique Zimmermann, Expertin des Naturhistorischen Museums Wien: „Bohren Sie Totholz an der Längsseite, am besten mit verschieden großen Durchmessern. So finden unterschiedliche Arten ein Zuhause.“ Je näher die Bienen an der Nahrungsquelle sind, desto besser. Mehr als ein paar hundert Meter fliegen die wenigsten.

Andreas Fellner

Der Blumenexperte im Gewächshaus in Schönbrunn.

Weiße Bienen-Blumen

Zauberschnee, Margerite, Salbei und Strand-Silberkraut (vl.li) werden von den Insekten gerne angeflogen.

Bunte Bienen-Blumen

Goldmarie, Nelken, Elfensporn, Strauchmargarite, Lobelie (v.li.) sind nicht nur schön, sondern auch nahrhaft.

Nistplätze

Wildbienen sind Einzelgänger – als Nistplatz sind Bambusrohre geeignet.

Sonnenanbeter

Ganz wichtig: Am wohlsten fühlen sich die Nützlinge an sonnigen regengeschützten Standorten. Bodennister – etwa die Hälfte der Wildbienen zählen dazu – fühlen sich, wie der Name sagt, im Boden wohl: „Wer sie ansiedeln will, kann in einem Blumentopf etwas Erde mit Sand mischen“, rät Zimmermann.

Wählerisch sind die Insekten in der Frage der Behausung und beim Essen – manche ernähren sich nur von einer Pflanzenart: Glockenblumen-Sägehornbienen fliegen nur Glockenblumen an, Malven-Langhornbienen nur die Malve. Und selbst Maskenträger findet man – coronakonform – in Österreichs Vorgärten: Die Lauch-Maskenbiene steht auf Lauch und Küchenzwiebeln.

Doch nicht jede Blüte im Garten wird von den Hautflüglern angeflogen: Exotische und gefüllte Pflanzen sind zwar schön, bieten aber nichts Nahrhaftes. Das gilt auch für den englischen Rasen: „Für Insekten ist er eine biologische Wüste“, weiß Zimmermann. Ein paar verwahrloste Ecken im Garten sind für sie hingegen ein kleines Paradies.

Blumen für Bienen
Buntnessel,   Lilie,  Zauberschnee, Nelken, Blaues Gänseblümchen, Goldmarie, Strauchmargerite, Zauberschnee, Salbei, Strand-Silberkraut, Prachtkerze oder Löwenmäulchen: Wer diese Blumen im Garten hat, hat sicher bald auch Bienen.

Kräutergarten
Blühender Lavendel, Rosmarin oder Salbei sind bei Bienen beliebt. Auch Blühmischungen mit Färberkamille, Glockenblume, Klatschmohn und Kornblumen ziehen die Immen an.

696 Wildbienenarten
wurden in Österreich nachgewiesen. Die artenreichsten Gruppen sind die Sandbienen (150 Arten), die Furchenbienen (ca. 100),  Mauerbienen (53) und  Hummeln (47).

Wahrhaft fleißig

Wildbienen sind übrigens die wirklich Fleißigen: Sie fliegen im Schnitt vier- bis fünfmal so viele Blüten an wie die Honigbiene. Und sie sammeln schon bei niedrigeren Temperaturen den Nektar. Deshalb wird manche Art gezüchtet, insbesondere wenn es darum geht, Obstbäume zu bestäuben. Wer also einen Apfel- oder Marillenbaum im Garten hat, tut gut daran, es den Wildbienen im Garten so gemütlich wie möglich zu machen.

Da bietet sich manche Blume für Topf oder Beet an, wie Andreas Fellner weiß. Sehr beliebt sind etwa Bidens, auch als Goldmarie bekannt. Oder der Elfensporn, der eher von großen Bienen angeflogen wird, sowie viele Kräuter (siehe Fotos und Kasten). An die Pollen und den Nektar des Löwenmäulchens kommen nur schwere Hummeln heran, wie der Gartenexperte erläutert: „Sie setzen sich auf den unteren Teil der Blüte und durch ihr Gewicht klappt dieser nach unten, sodass die Wildbienen an die Nahrung gelangen.“

Artenreich

Österreich ist übrigens ein Eldorado für alle, die sich für Bienen begeistern: „Hier gibt es sehr viele Arten, sogar mehr als in Deutschland“, erklärt Zimmermann. Vor allem im Osten mit seinem pannonischen Klima fühlen sie sich sehr wohl. Besonders in Trockenrasenflächen findet man viele der 696 Wildbienenarten.

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