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Seitenwechsel
12/08/2020

So können Lehrer von der Schule in die Wirtschaft und zurück wechseln

Viele Pädagogen wünschen sich mehr Weiterbildungsmöglichkeiten: Ein Projekt fördert den Austausch von Lehrern und Unternehmen.

von Ute Brühl

Wenn junge Menschen aus der Schule kommen, sollen sie so gut ausgebildet sein, dass sie sich im Berufsalltag zurechtfinden. Doch wie dieser aussieht, wissen Lehrerinnen und Lehrer meist nicht aus eigener Erfahrung. Ein neues Projekt, das von der MEGA Bildungsstiftung gefördert wird, will genau das ändern.

Mitinitiatorin Luisa Trauttmansdorff erläutert die Idee: "Viele Pädagoginnen und Pädagogen wünschen sich mehr Weiterbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich. Sie empfinden es als ein Manko, Jugendliche auf etwas vorzubereiten, das sie nicht aus eigenem Erleben kennen ." Nicht nur das: Viele innovative Unternehmen suchen Kontakt zur neuen Generation.

In der Praxis wird der Austausch so aussehen: "Lehrerinnen und Lehrer bewerben sich über unsere Plattform bei dem Team Seitenwechsel, welches erfolgreiche Bewerber und Bewerberinnen mit Unternehmen zusammenbringt. Diese treffen die Entscheidung, ob ein Seitenwechsel zustande kommt, wobei dafür natürlich auf beiden Seiten die Chemie passen sollte."

Die Lehrperson ist dann für ein Jahr in der Firma und bezieht von ihr das Einkommen in der Höhe ihres Lehrer-Bruttogehalts. Sie bekommt in diesem Jahr übrigens so viel Urlaub, wie in der jeweiligen Branche üblich.

Im zweiten Jahr gibt die Lehrkraft das Wissen in der Schule weiter

Die Lehrkraft wird in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt – möglich wären etwa Projektmanagement, Berufsorientierung, Digitalisierung oder Marketing.

Insgesamt läuft das Projekt zwei Jahre: Im zweiten Jahr soll die Lehrkraft ihr Wissen und ihre Erfahrung in der Schule so umsetzen, dass sie als Multiplikator für die Themen fungiert, mit denen sie sich im Vorjahr befasst hat. Angesprochen sollen Lehrer aus Mittelschulen, AHS und Polytechnischen Schulen werden, die sich in Absprache mit der Direktion bewerben.

Erwin Greiner, ehemaliger Direktor und Mitinitiator von "Seitenwechsel", weiß, dass es aufgrund der Coronakrise nicht einfach ist, jetzt passende Firmen zu finden: "Dennoch gilt es nun, nicht in Schockstarre zu verharren, sondern den ersten Schritt zu wagen."

Immerhin gibt es schon fortgeschrittene Gespräche mit Unternehmen wie den Wiener Stadtwerken, Mondi, Afry, Cemm oder einigen Start-ups. Interessierte Lehrkräfte und Firmen können sich online auf der Seite seitenwechsel.at informieren.

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