Female holding Dildo vibrator

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freizeit Leben, Liebe & Sex
01/14/2021

Sex-Trends: Die Renaissance der Masturbation

Das Jahr 2020 hat nicht nur die Menschen und die ganze Welt verändert, sondern auch die Sexualität. Aber was bedeutet das?

von Gabriele Kuhn

Was bringt 2021: mehr Sex, weniger Sex, gar kein Sex, anderen Sex? Mit der Zukunft von Sexualität beschäftigen sich derzeit alle wichtigen Player der„Sexual Wellness Industrie“ – so heißt die Erotikbranche neuerdings. Fakt ist: Die Corona-Pandemie hat auch diesen Lebensbereich nachhaltig verändert, wie die Experten bei Wow-Tech, „Anbieter von Premium-Produkten für das Liebesleben“, betonen. Regeln, Ausgangssperren, Beschränkungen, eingeschränkte Kontakte, geschlossene Clubs und Bars – da wird’s eng, vor allem für Singles.

Was bleibt? Die Beschäftigung mit sich selbst – beim Sextoy-Hersteller „Lelo“ spricht man gar von einer „Renaissance der Masturbation“. 2020 kauften die Menschen jedenfalls so viele Sextoys wie nie zuvor. In Bezug auf Frauen spricht man von „Vergnügungsprodukte für die Klitoris“, und da hat „Lelo“ eine prickelnde These für das, was nun kommt: „Es gab in der Geschichte noch nie einen besseren Zeitpunkt dafür, eine Klitoris zu haben, als das Jahr 2021.“ Um Entmystifizierung ginge es jetzt, und das „Erkennen der wahren Größe“ dieses Wunderwerks. Licht am Ende des Tunnels also, – zumindest für die Damen. Fein, wir brauchen positive Nachrichten! Dazu passt auch der anhaltende Audio-Porn-Trend, erotische Hörgeschichten als Fantasie-Turbo boomen. Doch auch die Männer dürfen auf ein spannendes 21er-Jahr hoffen: Ging es zuletzt im Sinne des „Orgasm Gap“ vor allem darum, Innovationen für die weibliche Lust voranzutreiben, ist nun auch er dran. Dabei wird die Idee des „weiblichen Orgasmus für Männer“, propagiert. Eine neue Druckwellen-Technologie soll künftig genitales Glück bringen. Paare bekommen ebenfalls Hilfe – die Digitalisierung ermöglicht gemeinsame Sexualität, trotz Distanz. Ferngesteuerte Sextoys in Verbindung mit speziellen Apps machen’s möglich. Laut einer Umfrage stieg die Bereitschaft, etwas Neues auszuprobieren, um 25 Prozent. Die Fern-Bedienung der Partner gehört hier dazu.

Was bleibt? Die Beschäftigung mit sich selbst – beim Sextoy-Hersteller „Lelo“ spricht man gar von einer „Renaissance der Masturbation“.

Gleichzeitig wird eine Form sexueller Rezession geortet, die bereits vor Ausbruch der Pandemie begann: Sex scheint zwar immer und überall, um rein praktisch doch nicht in jenem Ausmaß stattzufinden, wie man es erwartet hätte. Dazu kam Social Distancing. Wozu es führen wird? Zumindest laut „Lelo“ wird Sex im Jahr 2021 mehr und mehr zu einer Frage der Qualität, statt Quantität. Klasse vor Masse: Wir haben zwar weniger oft Sex, aber wenn, lassen wir es richtig gut krachen, haben es schön und genießen bewusst.

Zuletzt noch ein Zeitensprung – in die ferne Zukunft. Im neuen, sehr lesenswerten Buch „Die deutschsprachige Sexualwissenschaft“ (erschienen im Psychosozial-Verlag) wagt der deutsche Soziologe Rüdiger Lautmann einen erweiterten Blick in die „Sexualität 2050“. „Wir gehen der totalen Banalisierung alles Sexuellen entgegen“, lautet seine Prognose. Das Thema Sex wird zur „Freizeitaktivität“ und in Partnerschaften ungefähr genauso gehandhabt wie die Frage, in welchen Film man gehen oder welches Urlaubsziel man heuer anpeilen möchte. Orgasmen werden mit Hilfe von Technisierung und künstlicher Intelligenz immer einfacher zu generieren, und daher auch öfter stattfinden, „Schnellsex“ fungiert als Entspannungs- und Einschlafmittel. Ganz ohne Berührung und Nähe wird es aber auch in 30 Jahren nicht gehen – Lautmann schreibt: „…Dildos, Maschinen aller Art erweitern den Bereich der Möglichkeiten, ohne aber die Präsenz der begehrten Körper, die Berührungen, also das Taktile ganz entbehrlich zu machen.“ Beruhigend. Auf ein berührendes 2021!

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