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freizeit Leben, Liebe & Sex
10/15/2020

Sex im Hotelzimmer: Hör mal, wer da quiekt!

Eine Nacht, zwei Paare, zwei Hotelzimmer - und ein geräuschvolles Theaterstück in vier Akten.

von Gabriele Kuhn

Es sollte ein entspanntes Wellness-Wochenende für das Paar werden: schön wandern, gut essen, viel schlafen. Perfekt. Dann kam die erste Nacht in Zimmer Nr. 68. Noch ein bisserl im Buch schmökern, irgendwann das Licht abdrehen, schlummern. Wohlverdient. Das Paar im Zimmer Nr. 67 hatte einen anderen Plan: schnackseln nach Art der 3-L-Strategie. Lustvoll, lang, laut. Was die Entspannungsbedürftigen fürs Erste weniger fein fanden: „Wenn ich so was haben will, höre ich einen Sexpodcast“, sagte sie. „Wenn ich so was haben will, nächtige ich im Stundenhotel“, sagte er. An Schlaf war angesichts des Hörspiels nicht mehr zu denken: eine seltsame Mischung aus weiblichem, stakkatoartigen Quieken und männlicher Zurückhaltung, denn er war erstaunlicherweise gar nicht zu hören. Stummer Fisch? Nicht wirklich. Stattdessen gab der Lauschangriff jene typischen Klatschgeräusche frei, die entstehen, wenn ein Mann eine Frau von hinten vögelt: Lende an Popsch, bam, bam, bam – dazu ihr quiek, quiek, quiek. Das „Quiek“ in unterschiedlichen Nuancen – einmal, als hätte Madame akute Bandscheibenprobleme, das andere Mal als erlebte sie gerade 50 Shades of Kommen. Unser Paar hingegen erlebte ein Stück in vier Akten:

Er: „Was genau meinst du mit ,sehr gutem Vorspiel’?“. Pause. Sie: „Wurscht, nicht so wichtig.“

Eine Nacht in vier Akten

Erster Akt

Sie: „Der ist sicher bald fertig!“ Er: „Glaube ich auch!“ Sie mutmaßen über Alter, Aussehen und Aufenthaltsgrund der Nachbarn: Er: „Vermutlich jung!“ Sie: „Vielleicht eine Affäre?“ Beide: „Oder bsoffn?“ Zwei Minuten später: „Quiek!“ – und aus. Silentium. Sie: „Ui, jetzt ist es vorbei.“ Er: „Schad’, eigentlich!“ Beide machen es sich in der Seitenlage bequem, murmeln etwas über „sehr dünne Hotelwände“ in ihre Polster, schließlich: „Schlaf gut, Schatz!“

Zweiter Akt

Viereinhalb Minuten später: erneutes Quieken, zwei Tonlagen heftiger. Sie: „Schlafst schon?“ Er: „Fast. Jetzt nimmer.“ Wechsel in die Rückenlage, beide beginnen, zu spekulieren. Sie: „Glaubst, haben die eine Rauchpause gemacht?“ Er: „Geh, bitte, hier ist überall Rauchverbot. Aber vielleicht hat jemand Lulu müssen ...“. Sie: „So lange?“. Pause. Sie: „Dann ist das jetzt möglicherweise schon die zweite Runde. Pfau!“ Er: „So knapp hintereinander?“ Sie, lauter: „Warum nicht? Oder das davor war ein sehr gutes Vorspiel.“ Er: „Was genau meinst du mit ,sehr gutem Vorspiel’?“. Pause. Sie: „Wurscht, nicht so wichtig.“ Er: „Der hat fix Viagra genommen.“ Sie: „Geh bitte!“

Dritter Akt

Das Quieken geht nun in ansteigendes Schreien über. Er (mit Neid in der Stimme): „Der Typ macht offenbar einen guten Job.“ Sie (sinnierend): „Stimmt. Einen Top-Job.“ Pause. Sie: „Vielleicht praktizieren die Tantra. Das dauert länger als normaler Sex. Stundenlang geht das!“ Er (genervt): „Man kann auch ohne Tantra lang schnackseln.“ Sie: „Woher willst du das wissen? Er: „Hä?“ Sie: „Nix!“ Pause. Von drüben ist nun auch männliches Ächzen zu hören. Er legt seine Hand auf ihren Bauch: „Schatzi, bist du sehr müde?“ Sie: „Geht. Warum?“ Er: „So halt.“ (zögert, rückt näher, fummelt entschlossen). Sie: „Oh!“

Vierter Akt

Stille in Nr. 67, stattdessen Rumpeln & Raunen in Nr. 68. Sie: „Pscht, sei leiser!“ Er tut so als hätte er nix gehört und konzentriert sich sehr auf das Vorspiel.

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