Aua im Urlaub: Wie man kindliche Blessuren gut versorgt

Urlaub – endlich Zeit für Spiel, Spaß und Abenteuer. Doch der kindliche Übereifer kann auch schmerzhafte Folgen haben.
Wenn sich der Nachwuchs fernab von zu Hause verletzt, kann das Eltern verunsichern. Was bei kleinen und größeren Wehwehchen zu tun ist.

Schnitte, Stiche, Sonnenbrand: Der KURIER klärt auf, was für eine entspannte Familienreise mit ins Reisegepäck muss.

Wie man offene Wunden, zum Beispiel von einem spitzen Strandfelsen, versorgt, erklärt Uwe Klingkowski vom Department für Kinder- und Jugendheilkunde der Uniklinik Innsbruck: "Zuerst wird die Wunde gereinigt, idealerweise desinfiziert, dann mit Verbandsmaterial sauber verbunden. Wichtig ist, dass Kinder einen aufrechten Tetanus-Impfschutz haben."

Eltern sollten ein Auge auf mögliche Entzündungsanzeichen haben: "Wenn die Wunde nicht abheilt, gerötet und geschwollen ist oder großflächig Eiter entsteht, sollte man sie vom Arzt versorgen lassen." Das gelte auch bei sehr tiefen Wunden. Für die Wundversorgung lohnt es sich daher, "Pflaster in verschiedenen Größen und eine heilende Wundsalbe parat zu haben", erklärt Susanne Ergott-Badawi von der Apothekerkammer. Damit der Badespaß nicht leidet, empfiehlt sie wasserfeste Pflaster.

Medikamente schützen

Die Reiseapotheke will mit Sorgfalt behandelt werden: "Medikamente sollten stets trocken, kühl und lichtgeschützt gelagert werden. Gerade Zäpfchen, die oft bei Kindern zu Anwendung kommen, schmelzen sonst schnell." Bei Flugreisen kommt die Reiseapotheke am besten ins Handgepäck. So ist sie nicht allzu großen Temperaturschwankungen ausgesetzt.

In südlichen Gefilden kann Hitze zum Problem werden. Besonders Kleinkinder sind Sonnenstich-gefährdet, "weil sie der Hitze selbstständig nicht so gut ausweichen und Unwohlsein nicht artikulieren können", sagt Klingkowski. Schatten oder Abkühlung in Innenräumen sind spätestens angesagt, "wenn das Kind ungewöhnlich schlapp ist, über Kopfschmerzen klagt und einen roten Kopf hat", sagt Klingkowski.

Sonne ausweichen

"Wenn die Körpertemperatur über 40 Grad steigt, wird es lebensgefährlich und ein Fall für den Arzt." Präventiv sollte man auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr – nicht nur Wasser, sondern auch mal mineralhaltige Fruchtsäfte – achten. Babys, die noch über keinen hauteigenen Sonnenschutz verfügen, sollen nie der direkten Sonne ausgesetzt sein. Bei Kindern aller Altersstufen sind sensitiver Sonnenschutz mit hohem Schutzfaktor (LSF 50) und Kopfbedeckungen Pflicht. Nachschmieren nicht vergessen.

Schwere Sonnenbrände (Bläschenbildung) sollten im Zweifelsfall medizinisch begutachtet werden, bei leichten helfen kühlende Umschläge, Schaumsprays oder Gels.

Kommentare