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freizeit Family
03/05/2020

Was sagt KURIER-Bildungsbeirat Rainer Graf zu den Ergebnissen?

Wenn Schüler überfordert sind, kann das an der falschen Schulwahl liegen, stellt der Bildungsexperte fest.

von Daniela Davidovits

Wenn sich junge Menschen von der Schule gestresst fühlen, dann hat das meist nichts mit dem Stoff zu tun, meint Rainer Graf, Direktor des Schulzentrums Ybbs  und KURIER-Bildungsbeirat. Wenn sich manche Schüler überlastet fühlen, könne das verschiedene Gründe haben: „Manche sitzen schlicht und einfach in der falschen Schule – für manche AHS-Schüler wäre zum Beispiel die Mittelschule die bessere Wahl. Manche sitzen dann noch in der Oberstufe im Gymnasium, obwohl eine berufsbildende Schule viel besser zum Kind passen würde.“

Das liege zum Teil an mangelnder Beratung: „Ich kann zwar die Kollegen von den Gymnasien verstehen, dass sie ihren Schülern nicht nahelegen, die Schule zu wechseln. Doch man tut ihnen damit nicht immer etwas Gutes.“ Doch auch nicht jede berufsbildende Schule passe: „Der eine ist besser in einer HAK aufgehoben, die andere eher in einer HTL“, weiß der Direktor aus Erfahrung.

Ein weiterer Grund für Schulstress: „Der Unterricht ist zu wenig individualisiert. Manchen geht es zu langsam, anderen zu schnell.“ Auch für dieses Problem, gebe es eine Lösung: „In Schulen braucht es Phasen offenen Lernens, in denen die Schüler selbstbestimmt nach ihrem Tempo lernen können und sich auch innerhalb eines vorgegebenen Rahmens auf bestimmte Themen spezialisieren dürfen.“ In Grafs Schule gibt es deshalb regelmäßig solche Phasen, in denen Schüler selbständig arbeiten dürfen.

Ein weiteres Problem: „Schüler lernen in unterschiedlichem Tempo. Manchen geht es in  der Stunde zu schnell, den anderen zu langsam.“ Sein Vorschlag: „In unseren Klassen haben die Schüler sechs Stunden pro Woche, in denen sie selbstorganisiert lernen. Da kann man manches ausgleichen.“

Ein ganz großer Stressfaktor seien Handy und Internet: „Die Ablenkung ist einfach zu groß.  Während man an einer Aufgabe sitzt, läutet das Handy oder lockt das Computerspiel.“ Um das zu vermeiden, gebe es vor allem ein Weg: „Die Schüler müssten länger in der Schule sitzen.“ Am Ende gelte es aber, einen vernünftigen Umgang mit diesen Geräten zu lernen.

 


 

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