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06/23/2020

"Zutiefst enttäuschend": KitKat kündigt den Fairtrade-Bauern

Fairtrade-Chef warnt davor, dass Tausende Bauern von Nestlés Entscheidung betroffen sind.

von Anita Kattinger

Nach zehn Jahren beendet KitKat die Zusammenarbeit mit Tausenden Fairtrade-Bauern. Michael Gidney, CEO von Fairtrade in Großbritannien bezeichnet die Entscheidung als "zutiefst enttäuschend". Der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé hatte überraschend angekündigt, künftig Kakao von Farmen unter Vertrag der Rainforrest Alliance zu beziehen, wie der Guardian berichtet.

Fairtrade garantiert seinen Bauern einen Mindestpreis sowie einen finanziellen Bonus für Produkte wie Kaffee, Bananen oder Kakaobohnen. Laut Gidney seien die Bauern an der Elfenbeinküste von der Nachricht am Boden zerstört: "Solche Nachrichten sind natürlich nie gut, aber die Situation ist ungleich schwerer, da das Land eine der schlimmsten Gesundheitskrise in seiner Geschichte durchmacht."

In den sozialen Netzwerken regt sich bereits Protest gegen die Entscheidung des mulitnationalen Konzerns mit Sitz in Vevey (Schweiz). So postete ein Twitter-User "Time to have a break" in Anspielung auf den früheren Werbe-Spruch ("Have a break - have a KitKat").

Finanzielle Hilfen für Bauern bei neuer Zertifizierung

Der Konzern kooperiert bereits für andere Schokoladenriegel mit der NGO Rainforrest Alliance. Nestlé sei sich der Auswirkungen auf die Bauern bewusst, heißt es aus dem Unternehmen. Man arbeite hart daran, die Folgen zu mindern. So würde es Bauern finanziell unterstützen, wenn sie sich bei Rainforrest Alliance zertifzieren lassen würden. Das Schweizer Unternehmen betonten, es würde nicht darum gehen, Geld zu sparen. Auch im kommenden Jahr werde es den gleichen Betrag für Rohkakao ausgegeben.

Simon Billington von Nestlé: "Unsere erweiterte Partnerschaft mit der Rainforest Alliance unterstreicht unser Engagement für eine nachhaltige Beschaffung von Kakao in unserer gesamten globalen Lieferkette."

Die neue Partnerschaft von Nestlé mit Rainforrest Alliance soll im Oktober starten.

Seit Jahren ist die NGO Fairtrade damit konfrontiert, dass Unternehmen auf Alternativen setzen: So kündigte im Jahr 2018 der heimische Chocolatier Josef Zotter an, auf das Logo zu verzichten.

2019 wurden unter dem Fairtrade-Siegel in Österreich Waren im Wert von 351 Millionen Euro umgesetzt, ein Plus von 5,4 Prozent. Den größten Umsatzanteil haben Schokolade und Süßwaren (42 Prozent), gefolgt von Bananen und Kaffee (19 bzw. 15 Prozent).

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