© Weingut Stadt Krems

freizeit Essen & Trinken
08/28/2020

Was der "Winzer des Jahres" über Qualität und besondere Lagen denkt

Fritz Miesbauer betreut seit 2003 das "Weingut Stadt Krems" und das "Weingut Stift Göttweig".

von Ingrid Teufl

Zum Teil 1.000 Jahre alte Weingärten in extrem guter Lage, dazu ein bekannter Name: Ein derartiges Weingut zu übernehmen, müsste jeden Wein-Experten reizen. Doch als Fritz Miesbauer 2003 die Führung im „Weingut Stadt Krems“ übernahm, war vom alten Glanz einiges abgeblättert.

„Es war ein veraltetes Unternehmen, vor allem die Rebanlagen“, erinnert er sich. Die Herausforderung hat sich ausgezahlt: Der Gourmet-Guide Falstaff zeichnet Fritz Miesbauer als „Winzer des Jahres 2020“ aus. Neben dem dem Weingut der Stadt Krems betreut er seit 15 Jahren auch das „Weingut Stift Göttweig“ als Geschäftsführer.

Eine Weinkellerei im Besitz einer Stadt ist in Österreich schon an und für sich eine Seltenheit. Im KURIER-Gespräch zeigt sich Miesbauer noch immer überrascht über seine Kür. „Das kam völlig unerwartet. Wir dachten, wenn es kein privates Weingut ist, kann man so eine Auszeichnung gar nicht bekommen.“ Er wertet sie daher als große Anerkennung der geleisteten Arbeit seines Teams.

Mit dem Wein verbunden

Als Kellermeister hatte der 51-Jährige in der heutigen „Domäne Wachau“ bereits für einen Qualitätsschub gesorgt. Dass er von dort ins städtische Weingut Krems wechselte, sorgte bei vielen in der Branche für Fragezeichen. Das „Weingut Stadt Krems“ hatte ihm ein Freund ans Herz gelegt, nachdem er in der „Domäne Wachau“ aufhören wollte. „Die Lagen waren immer schon toll, davon war ich überzeugt und das hat mich auch gereizt.“

Was vielleicht fast ebenso wichtig war, wie die Bodenverhältnisse: „Die Stadt hat mich machen lassen, es wurde ein stimmiges Gesamtkonzept daraus.“ In den 1960er- und 1970er-Jahren war das „Weingut Stadt Krems“ sehr bekannt, stagnierte jedoch nach dem Weinskandal 1985. Und auch die Eingliederung in eine städtische Magistratsabteilung habe ihren Anteil an ausbleibenden Weiterentwicklungen gehabt. „Als ich begonnen habe, haben wir das wieder herausgelöst und eine Gesellschaft gegründet, die zu 100 Prozent der Stadt gehört.“

Rückblickend verhehlt Miesbauer nicht, dass seine ersten Jahre hart waren. „In der Weinbranche braucht man einen langen Atem.“ Rebanlagen mussten renoviert, 29 Hektar Rebflächen neu ausgepflanzt werden. Die ersten Erfolge stellten sich erst 2009 ein.

Besondere Lagen

Und manche „seiner“ Rieden sind noch besonderer als die anderen. „Es ist viel mehr, als dass hier nur guter Wein entsteht.“ Die Ried Grillenparz in Stein ist für ihn so eine außergewöhnliche Lage.

„Sie sticht aus den anderen heraus, existiert nachweislich seit 1.000 Jahren als Weingarten. Das ist ein richtiges Wahrzeichen der Gegend, eine Ikone. Sogar Egon Schiele hat sie gezeichnet.“ Wenn Miesbauer so ins Schwärmen kommt, überrascht es nicht, dass auch sein Lieblingswein von der Ried Grillenparz kommt. „Ein Riesling. Da ist sehr viel Herzblut drinnen.“

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