Getraud Maierbrugger und Elmar Ebner sind die einzigen Pistenbutler in Österreich: Um 70 € ist Ebner privat buchbar.

© TMG/Simone Attisani

freizeit Essen & Trinken
02/20/2020

Stets zu Diensten: Österreichs Pistenbutler serviert auf Skiern

Elmar Ebner spricht im KURIER-Interview über seinen Job auf der Turracher Höhe.

von Anita Kattinger

Es mag für manche wie der Traumjob schlechthin klingen: Jeden Tag packt Elmar seine Sonnenbrille in den Rucksack und schnürt seine Schneeschuhe fest zu. Dann setzt sich der grauhaarige 52-Jährige auf sein Schneemobil und düst über die Pisten des Nockgebirges auf 1763 Metern Höhe der Sonne entgegen. Mehr als 20 Jahre lang bewirtschaftete Elmar Ebner die „Wildbach-Hütte“ auf der Turracher Höhe, doch dann wünschte er aus familiären Gründen einen Berufswechsel.

Einen Job in der Natur wollte der passionierte Skilehrer ausüben und dann kam tatsächlich das passende Job-Angebot: Pistenbutler. „So schlecht kann das Wetter gar nicht sein, dass ich nicht hinaus will. Und bevor mir kalt wird, ist den Gästen schon längst kalt“, erzählt der Pistenbutler im Interview mit dem KURIER.

Kein Tag gleicht dem anderen in den Bergen: „Es gibt lustige und weniger lustige, aber die Leute sind immer gut gelaunt. Sie haben ja Urlaub und freuen sich, weil sie von uns kostenlos bewirtet werden: Wir verteilen Traubenzucker, Äpfel und Mannerschnitten – die Schnitten sind besonders schnell weg.“ Und wenn die Nase rinnt, reicht der Pistenbutler galant ein Packerl Taschentücher.

Verlobung im Schnee

Mit der ersten Frühlingssonne serviert der Pistenbutler ab März auch noch regionales Bio-Bergbauernhof-Eis. Vor 20 Jahren führte die Tourismusregion an der Grenze zwischen Kärnten und der Steiermark den sogenannten Pistenbutler ein – heute verrichtet Getraud Maierbrugger vor allem den Dienst auf der Piste, Butler Elmar ist für besondere Schneeschuhwanderungen für Familien, Skitouren oder sogar Heiratsanträge – für dieses Service muss er individuell gebucht werden (70 Euro die Stunde) – zuständig: „Ich komme mit dem Schlitten und hole das Paar ab, um es zu einem romantischen Platz zu bringen, wo schon Fackeln stehen.“

Ob er lauscht? „Nein, ich ziehe mich dann diskret zurück und lasse das Paar alleine.“ Gäste, die in einem der 19 Butlerbetriebe nächtigen, müssen für das Rahmenprogramm nichts zahlen. Der ehemalige Hüttenwirt wagt sich mit den sportlichen Gästen auf Höhenwanderungen, für einen Einkehrschwung geht es dann ab in eine urige Hütte: „Die Gäste sind an der österreichischen Küche sehr interessiert, vor allem traditionelle Gerichte wie Kässuppe und Brettljausenplatten kommen gut an. Am liebsten werden die Klassiker wie Germknödel, Kärntner Kasnudeln, Schnitzel und Apfelstrudel gegessen.“

Der passionierte Skifahrer und Wanderer übt seine Berufung auch im Sommer aus – nur zwei Monate pausiert er in den Bergen. Wie schaut es mit der Hautpflege aus, wenn er täglich Wind und Wetter ausgesetzt ist? „Sonnencreme brauch ich nicht, nach 50 Jahren bin ich abgehärtet. Ein schöner Sonntag auf der Piste ist das Schönste im Leben.“

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