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freizeit Essen & Trinken
02/03/2020

Space Burger: Schrilles Fast Food-Lokal ohne Fleisch

Ein neues Schnellrestaurant in der Wiener Innenstadt vermarktet sich als veganen McDonald’s.

von Anita Kattinger

Kein Platz für Fleisch – prangt in neonpinken Lettern auf der Betonwand über dem Hochtisch: Bereits vor der Eröffnung zeigte sich die vegane Community via sozialen Medien hocherfreut über den gastronomischen Zuwachs – am Tag der Eröffnung standen die Gäste bis auf den Gehsteig Schlange, um einen der ersten kostenlosen Burger zu probieren.

Der Wiener Gastronom Kenan "Kenny" Koc glaubt an die Verkaufskraft von trendigen Poké Bowls, Smoothies und seit Kurzem an jene von pinken, grünen, gelben oder schwarzen Burger-Brötchen. Am Hohen Markt in der Wiener Innenstadt haben die umtriebigen Jung-Unternehmer eine vegane Fast-Food-Filiale namens Space Burger eröffnet – im Interview erzählt Koc, wieso es einen veganen McDonald’s braucht und sich Veganer nach frittierten Avocado-Spalten sehnen.

KURIER: Ihr Konzept erinnert an jenes von Charly Schillinger und seiner Swing Kitchen: Braucht es wirklich ein weiteres veganes Burger-Restaurant?

Kenan "Kenny" Koc: Wir sind komplett Soja-frei im Gegensatz zur Swing Kitchen. Wir machen etwas ganz anderes – wir sehen uns als veganen McDonald’s. Unsere Burger, die Pommes frites oder die frittierten Avocadospalten verstehen wir als veganes Fast Food. Vegan darf auch deftig sein: Man darf nicht immer glauben, dass vegane Küche mit Verzicht einhergeht. Veganer verzichten zwar auf Fleisch, Käse oder Eier, aber wir bieten eine schnelle, gesündere Burger-Küche zu einem fairen Preis. Für unser deftiges Essen muss kein Tier sterben. Einmal die Woche kann eine vegane Alternative ein Gewinn für den Körper und die Natur sein. Wir wollen mit unserem Konzept auch die Flexitarier abholen – es geht um den ethischen Aspekt, weniger tierische Produkte zu konsumieren.

Sind Sie selbst Veganer?

Nein, aber ich bin Vegetarier. Wir haben derzeit zehn Veganer in einem Team von zwanzig Mitarbeitern und Gesellschaftern. Nach der Eröffnung haben sich mehr als 300 Bewerber bei uns gemeldet: So konnten wir zwei glutenunverträgliche Kollegen anstellen, da der inhaltliche Bezug zur täglichen Arbeit von Vorteil ist.

Woraus bestehen Ihre Burger-Laibchen?

Wir haben lange mit eigenen Rezepturen experimentiert und haben uns für einen Rindfleisch- und einen Hendl-Fleischersatz entschieden: Das Rindfleisch-Laibchen wird aus schwarzen, das Hühnerfleisch-Laibchen wird aus weißen Bohnen hergestellt. Zum Binden der Masse verwenden wir glutenfreie Semmelbrösel, da die Laibchen sonst auseinanderfallen würden.

Womit färben Sie die Brötchen ein?

Mit natürlichen, pflanzlichen Lebensmittelfarben wie den Superfoods Kurkuma für ein Gelb oder Matcha und der Alge Spirulina für Grün. Allerdings erhält man mit Naturstoffen keine kräftigen, leuchtenden Nuancen. Wenn man knallige Farben haben möchte, müsste man Farbstoffe hinzusetzen, aber das wollen wir derzeit nicht. Alle Burger-Buns bestehen aus einer Basis von Reis und Kartoffeln und werden von einer regionalen Firma produziert.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Avocados zu frittieren?

In Amsterdam gibt es die "Avocado-Show", einen ziemlich coolen Avocado-Store: Da haben wir uns Inspiration geholt. Die Wiener lieben die grüne Frucht und wir wollten etwas ganz Spezielles anbieten. Süßkartoffel-Pommes wollten wir nicht und so haben wir die Avocadospalten frittiert. Als wir recherchierten, haben wir gesehen, dass es in Österreich diesen Snack noch gar nicht gibt. Die Beilage stößt auf großes Interesse.

Sie berichten, dass es die ersten Wochen eine hohe Kundenfrequenz gab: Wie soll es weitergehen?

Das Ziel ist die Expansion: Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir das Konzept als Franchise-Konzept ansehen und eine Kette werden wollen. Es gibt bereits Interessierte an einer Franchiselizenz: Gleich zu Beginn hatten wir sogar eine Anfrage aus Dubai, weiteres Interesse kam aus Rumänien, Deutschland und Österreich. Wir warten noch ein wenig ab und überlegen, ob wir in Wien selbst eine zweite Filiale machen oder in den nächsten Monaten im Ausland eröffnen.

Ihr habt ein ziemlich schrilles Konzept ...

Ja, wir sind ein Schnellrestaurant mit sehr lauter Musik: Wir haben zudem wenig Platz. Unsere zweite Location wird hoffentlich größer, im Sommer eröffnen wir einen Schanigarten. Wir schließen eine Lücke in Österreich, unsere Produkte sind einzigartig: Vegane, cremige Shakes und glasierte Donuts im Weltall-Look gab es vorher in Österreich nicht.

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