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Chronik Wien
05/14/2020

Zaha-Hadid-Haus am Donaukanal bekommt Graffiti, die bleiben dürfen

Bald werden die Fassaden aller drei Gebäude bemalt sein. Die Motive symbolisieren das Projekt „Urban Island“, das dort einzieht.

von Stefanie Rachbauer

Der Oktopus auf Stiege 1 ist bereits fertig - und von Weitem zu sehen. Vor drei Wochen haben die Graffiti-Künstler Markus Wesenauer und sein Kollege Christoph Lettner (die zusammen das Duo Twooo bilden) begonnen, die Fassade des Zaha-Hadid-Hauses am Wiener Donaukanal zu bemalen.

Und sie sind noch lange nicht fertig. 

"Auf Stiege 2 kommt eine Flaschenpost, auf Stiege 3 ein Papierschiffchen", sagt Wesenauer im Gespräch mit dem KURIER. In rund drei Wochen sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. 

Bemalt werden nicht nur die Fronten zum Wasser hin, sondern auch die Seitenteile. 

Die Motive sollen das Projekt "Urban Island“ (kurz „Urbi“) symbolisieren, das in das Zaha-Hadid-Haus einziehen wird. "An den Seiten malen wir Portraits, die für Freiheit und für das Urbane stehen", sagt Wesenauer. "Die Motive an den Fronten sollen an eine Insel erinnern."

Wiederbelebungsversuch

Wie der KURIER berichtete, sollen nach mehr als zehn Jahren Leerstand bald neue Mieter in dem Prestigebau unweit der Müllverbrennungsanlage Spittelau unterkommen. Vor rund einem Jahr bekam das Gebäude einen neuen Eigentümer, ab dem Winter wurden die Wohnungen umgebaut und neu eingerichtet. 

Geplant ist ein neuer „Hotspot für Co-Living“ - der Studenten und Touristen beherbergen soll. Auch die zugehörigen 700 Quadratmeter Büro- und Gewerbeflächen sollen neu vermietet werden. 

Schutz vor Schmierereien

"Auf dem Zaha-Hadid-Haus zu malen, ist toll. Das hat einen hohen idellen Wert", sagt Künstler Wesenauer. Damit die neue Fassade dauerhaft erhalten bleibt, werden die Graffiti nach Abschluss der Arbeiten mit einer Schutzschicht überzogen.

Etwaige Schmierereien, mit denen die Gegend seit jeher zu kämpfen hat, sind so leichter zu entfernen.  

Und: Möglicherweise wird die "Urbi"-Bemalung noch erweitert. Wesenauer kann sich vorstellen, auch die Flächen zur Spittelauer Lände hin zu verzieren.