Wiener Donaukanal

© Kurier / Jeff Mangione

Chronik Wien
03/31/2021

Wien verhängt Maskenpflicht an belebten Plätzen

An fünf Plätzen in der Stadt muss ab Donnerstag auch im Freien eine Maske getragen werden.

von Konstantin Auer, Josef Gebhard, Kevin Kada

Die Gemeinde Wien geht einen weiteren Schritt bei der Pandemie-Bekämpfung und erlässt eine FFP2-Maskenpflicht an belebten und beliebten Plätzen in der Innenstadt. Wie Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) im Gespräch mit der APA bekannt gab, sind davon der Donaukanal, der Schweden- und der Stephansplatz, der Karlsplatz mit dem anschließenden Resselpark sowie der Maria-Theresien-Platz zwischen Kunst- und Naturhistorischem Museum betroffen. Die Regel gilt bereits ab Donnerstag.

 

Klare Hinweise und Beschilderungen vor Ort weisen auf die Maskenpflicht hin, die Wiener Polizei wird - gemeinsam mit dem Büro für Sofortmaßnahmen des Wiener Magistrats - in Schwerpunktkontrollen vor Ort sein. „Das Tragen von Masken funktioniert bereits seit längerem auf 20 Wiener Märkten, die Wiener Bevölkerung hat dort dafür großes Verständis“, sagt Ludwig.

Karlsplatz: Der Bereich umfasst den Resselpark, den Rosa-Mayreder-Park, den Esperantopark und den Girardipark. Die südliche Grenze bildet die Gebäudefront der TU Wien, süd-östlich erstreckt sich der Bereich entlang der Kreuzherrengasse und der Maderstraße. Nördlich liegt die Grenze entlang der Fahrbahn Karlsplatz, westlich entlang der Operngasse und der Friedrichstraße.

Maria-Theresien-Platz / Museumsplatz: Der Bereich liegt zwischen Burggasse und Babenbergerstraße sowie zwischen Burgring und Museumsplatz. Die Grenzen bilden die Einfriedung der Museen entlang der Burggasse, des Burgringes und der Babenbergerstraße. Süd-Westlich die Gebäudefront des Museumsquartiers und der Platz der Menschenrechte.

Schwedenplatz: Bereich zwischen Morzinplatz und Postgasse sowie Franz-Josefs-Kai und Gebäudefronten Schwedenplatz.

Donaukanal: Gesamter Uferbereich / Treppelweg zwischen Friedensbrücke und Franzensbrücke.

Stephansplatz: Der Bereich umfasst den Stephansplatz rund um den Dom und den Stock-im-Eisen-Platz. Richtung Graben und Richtung Kärntner Straße zieht sich der Bereich bis zu den U-Bahn Aufgängen.
 

Ob es bei diesen Plätzen bleibt, ist indes noch unklar. Wie Ludwig unterstrich, würde man bei Ausweichen auf andere Orte auch dort entsprechende Maßnahmen umsetzen. Dauern soll die Maskenpflicht wie die gesamte "Oster-Ruhe", die ja unter anderem auch den Handel und die persönlichen Dienstleister betrifft, mindestens bis 10. April.

Was halten Sie von der Maskenpflicht im Freien?

Der Bürgermeister betonte, dass es dabei natürlich nicht darum gehe, jemanden "zu sekkieren". Den Menschen müsse vielmehr klar sein, dass es um ihre Gesundheit und die ihrer Mitmenschen gehe. Auch junge Menschen seien mittlerweile oft hart getroffen mit mehrwöchigen Aufenthalten auf den Intensivstationen. Er appelliere daher an alle, die Situation ernst zu nehmen und zu Ostern daheim zu bleiben, da aber soziale Kontakte über Telefon und soziale Medien zu halten.

Um der dramatischen Situation an den Spitälern Herr zu werden, wird die Stadtregierung auch eine Änderung des Krankenanstaltengesetzes vornehmen. Diese soll es ermöglichen, mehr Plätze zu schaffen. Dies soll über einen flexibleren Einsatz des Personals funktionieren, jedoch ohne Qualitätsverlust, wie Ludwig versicherte.

Reaktionen auf die verordnete Maskenpflicht gibt es bereits von jenen, die diese Plätze gerne nutzen. Vor allem bei schönem Wetter. So zum Beispiel Lena, die dem KURIER erzählt, dass sie von der Maßnahme wenig hält: "Es wird nach hinten losgehen, weil sich die Jungen dann eher wieder drinnen treffen werden oder an anderen Plätzen."

Für Unverständnis stößt die Maßnahme auch bei Peter Unterweger: "Ich verstehe nicht, dass ich beim spazieren oder Radfahren eine Maske tragen muss." Doch er sieht ein, dass es durchaus auch Situationen gibt, wo die Maskenpflicht gut ist: "Bei Ansammlungen zum Beispiel macht es sicher Sinn."

Noch steht Wien mit seiner verlängerten "Oster-Ruhe" alleine da, doch ist Ludwig überzeugt dass auch Niederösterreich und das Burgenland folgen werde. Entsprechende Maßnahmen zu setzen, sei "alternativlos". Er habe den Eindruck, dass manche Bundesländer sich denken würden, dass man im Notfall immer noch Wien habe, doch helfe man zwar gerne, die Ressourcen seien aber auch in der Bundeshauptstadt irgendwann erschöpft, warnte der Bürgermeister.

"Wir müssen der Bevölkerung reinen Wein einschenken. Wer jetzt zögert oder nicht handelt, der agiert fahrlässig",  betont Ludwig via Twitter. "Wir müssen Entwicklungen, die für uns zeitversetzt in unseren Krankenhäusern und  Intensivstationen zur Herausforderung werden, stoppen und das Infektionsgeschehen deutlich eindämmen."

"Hier brauchen wir rasch einen Turn-around.Daher appelliere ich auch an die Bevölkerung: Reduzieren wir unsere physischen Kontakte auf ein absolutes Minimum! Hinausgehen Ja. Frische Luft schnappen und Bewegung. Aber: Bitte keine Treffen!"

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