Polit-Prominenz  beim Forum Alpbach: Streit um Teststrategie.

© APA/BUNDESHEER/CARINA KARLOVITS

Chronik Wien Wien intern
09/10/2021

Teststrategie in Alpbach: Tirol half nicht, Wien musste einspringen

Die Wiener Stadtregierung organisierte die PCR-Tests für die traditionsreiche Veranstaltung in den Tiroler Bergen.

von Christoph Schwarz, Christian Willim

Es war ein durchaus mutiger Schritt, den die Organisatoren des Forum Alpbach diesen Sommer setzten: Erstmals seit Ausbruch der Pandemie entschied man sich dazu, die Veranstaltung in den Tiroler Bergen wieder als Präsenzveranstaltung – und nicht rein digital – abzuhalten.

Insgesamt besuchten laut Organisatoren 4.500 Gäste aus 62 Nationen das Forum, das vor exakt einer Woche zu Ende ging. Eine Herausforderung, vor allem mit Blick auf die Corona-Prävention, für die sich das Forum im Vorfeld ein Konzept zurechtgelegt hatte.

Die Grundregel, knapp gefasst: Jeder Besucher – egal, ob geimpft oder nicht – musste bei Anreise einen negativen PCR-Test vorweisen. Wer länger als 72 Stunden am Forum blieb, musste sich vor Ort erneut testen lassen. Hinzu kamen eine Abstandsregel und eine FFP2-Maskenpflicht abseits des Sitzplatzes.

Wie der KURIER nun erfuhr, war es aber gar nicht so einfach, das Präventionskonzept umzusetzen. Denn: Das Land Tirol wollte oder konnte das Forum nicht unterstützen. Auf Anfrage der Organisatoren war es nicht möglich, in Tirol die nötigen PCR-Testkapazitäten sicherzustellen.

Sehr zum Ärger des Forums, das mit dem Land Tirol eigentlich gut kooperiert. Alljährlich gibt es einen eigenen Tirol-Tag, bei dem sich auch die Landespolitik – dieses Jahr unter anderem Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und der Südtiroler Landeschef Arno Kompatscher – gerne beklatschen lässt.

„Wir mussten dann schnell handeln“, heißt es beim Forum. Man entschied sich zu einem eher ungewöhnlichen Schritt – und fragte im immerhin 450 Kilometer entfernten Wien nach: In einem Brief an die SPÖ-Stadträte Peter Hacker (Gesundheit) und Peter Hanke (Finanzen) bat man die Stadt, dem Forum aus der Patsche zu helfen.

„Leider“ habe man in Tirol „keinen Partner gefunden“, heißt es in dem von Forumspräsident Andreas Treichl unterzeichneten Brief.

Da man „das Engagement und den Erfolg der Stadt in der Bekämpfung der Pandemie am eigenen Leib“ miterlebt habe, wäre es „eine Ehre“, wenn die Stadt die Antigen- und PCR-Testungen beim Forum durchführe. Die Stadt Wien sagte zu und organisierte kostenlose PCR-Tests vor Ort.

Schlechte Kommunikation

Warum aber war es nicht möglich, auf die Tiroler Infrastruktur zuzugreifen? „Da hat etwas in der Kommunikation nicht funktioniert. Das Forum ist nicht direkt, sondern über Dritte an uns herangetreten“, sagt Elmar Rizzoli, Leiter des Tiroler Corona-Einsatzstabes.

Er stellt aber klar: „Wir können nicht für private Veranstalter kostenlose Tests durchführen. Dann müssten wir das für jeden anderen auch machen.“ Inzwischen heiße es aber vom Forum, dass es nur um eine Kooperation bei der Abwicklung gegangen wäre, so Rizzoli zum Missverständnis in der Kommunikation.

Die Organisatoren des Forums zogen am Ende positiv Bilanz. Nachdem man zu Beginn das eigene Konzept nicht ganz so ernst genommen hatte und sich ein Cluster mit vier positiven Fällen und rund 40 K2-Personen bildete, testete man dann umso strenger. Letztendlich gab es nur sieben Corona-Fälle.

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