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Wiedner Grüne: So soll die Margaretenstraße als Begegnungszone aussehen. 

© Visualisierung: Moritz Mitterbauer

Chronik Wien
09/02/2020

Wahlkampf in Wien: Grüner Wildwuchs an Begegnungszonen

Die Grünen forcieren in mehreren Stadtteilen die Verkehrsberuhigung. Jetzt ist die Margaretenstraße an der Reihe.

von Nina Oezelt, Stefanie Rachbauer

Jetzt ist es also die Margaretenstraße. Geht es nach den Grünen, soll der 900 Meter lange Abschnitt von der Paulanergasse bis zum Margaretenplatz in eine Begegnungszone umgebaut werden.

Das heißt: Fußgänger hätten dort den Vortritt gegenüber Autos. Die Margaretenstraße wäre dann quasi eine „neue Mariahilfer Straße“, wie die Wiedner Grünen sagen.

v.li.n.re.: Harald Frey (Verkehrsexperte TU Wien), Barbara Neuroth (stellvertretende Bezirksvorsteherin Wieden, Grüne), Rüdiger Maresch (Verkehrssprecher der Grünen Wien)

Wie die aussehen könnte, das haben Barbara Neuroth, stellvertretende Bezirksvorsteherin auf der Wieden, und Rüdiger Maresch, Verkehrssprecher im Rathaus (beide Grüne), am Dienstag präsentiert.

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Fahrbahn und Gehsteig, so ihre Pläne, sollen ab 2022 auf ein Niveau gebracht und mit mehr Bäumen, Beeten und Bänken ausgestattet werden. Fußgänger dürfen auf der Fahrbahn gehen und Radler in beide Richtungen fahren. Autos sind weiter erlaubt – das Höchsttempo soll aber auf 20 km/h gesenkt werden.


Verkehrskonzept der TU

Das ist aber noch nicht alles. Die Begegnungszone in der Margaretenstraße ist Teil eines umfassendes Verkehrskonzepts, das   Verkehrsexperte Harald Frey von  Technischen Universität  Wien (TU)  erarbeitet hat.  Das Ziel:  eine „faire“ Aufteilung des öffentlichen Raums. „Fair“ bedeutet in dem Fall: mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer. Dass es dafür Bedarf gebe, habe nicht zuletzt die Corona-Krise gezeigt, hieß es am Dienstag. „Wir bauen jetzt  Straßen und Plätze für unsere Kinder und Enkel – und diese Flächen müssen Freiraum bieten und klimatauglich sein“, sagt Grün-Politikerin Neuroth.


Umbauen wollen die Grünen daher auch zwei weitere Straßen im Bezirk. In der Operngasse sollen ein Fahrstreifen und eine Parkspur in einen Radweg und einen breiten Gehsteig umgebaut werden, in der  Wiedner Hauptstraße sind  mehr eigene Flächen für die Radfahrer und Fußgänger geplant. Beim Rilkeplatz steht eine Sanierung der Bim-Gleise an: Die Grünen wollen ein Grün-Gleis.


All  diese Maßnahmen sollen 190 Bäume und mehr als 8.000 Quadratmeter  zusätzlichen Platz für Fußgänger und Radfahrer bringen. 

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Jede Woche eine Straße

Ähnliche Pläne hegen die Grünen auch in anderen Bezirken. Im Vorfeld der Bezirksvertretungswahl stellen sie gefühlt jede Woche neue Pläne für Begegnungszonen vor – inklusive Hochglanz-Visualisierungen. 
Eine Chance, umgesetzt zu werden, haben sie am ehesten in den grünen Hoffnungsbezirken – also dort, wo die Grünen tatsächlich die roten Bezirkschefs  überholen könnten. (Ganz abgesehen  von der verkehrstechnisch Machbarkeit und dem nötigen Budget). 


Auf der Wieden ist das definitiv der Fall. Und auch in Mariahilf, wo die Grünen Begegnungszonen auf der Gumpendorfer Straße planen. Oder im 8. Bezirk: Viel Aufregung haben dort zuletzt die grünen Pläne für eine Begegnungszone in der Josefstädter Straße nach sich gezogen – vor allem deshalb, weil eine Straßenbahn durch den verkehrsberuhigten Bereich fahren würde.  Das wäre übrigens auch im 3. Bezirk der Fall: Die Grünen wollen auf der Landstraßer Hauptstraße den Bus 74 A mit einer Bim ersetzen und zwischen dem Bahnhof Wien-Mitte und der Rochusgasse eine Begegnungszone bauen. Sich gegen Langzeit-Bezirkschef Erich Hohenberger (SPÖ) durchzusetzen, wird aber schwierig. 


Zur Not Flaniermeile

Auch in anderen, weniger aussichtsreichen Bezirken hätten die Grünen gern Begegnungszonen: In der Obkirchergasse in Döbling, in der Nussdorfer Straße am Alsergrund oder in der Altgasse in Hietzing.  Und selbst für den 21. Bezirk – eher kein grünes Kerngebiet – gibt es Pläne zur Verkehrsberuhigung. Wenn auch nicht in Form einer Begegnungszone, sondern einer sogenannten Flaniermeile in der Schleifgasse. 

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