© Julia Schrenk

Chronik Wien

Vorbote der autofreien City: Begegnungszone Petersplatz eröffnet

Das Grätzl wurde um viel Gelt umgestaltet. Im Streit mit der SPÖ um die autofreie City legen die Grünen ein altes Konzept auf den Tisch

von Verena Richter

11/23/2022, 05:55 PM

Bei nasskaltem Novemberwetter lädt der fertig umgestaltete Petersplatz im 1. Bezirk noch nicht wirklich zum Verweilen ein. „Im Sommer wird man die Veränderungen dann genießen können“, verspricht Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) bei der Eröffnung.

Das Grätzel wurde für immerhin sieben Millionen Euro umgestaltet, fast die Hälfte übernahm ein Zusammenschluss aus Geschäftstreibenden. 7.000 Quadratmeter wurden verkehrsberuhigt und mit 18 Bäumen und Staudenbeeten begrünt. Dafür musste ein Dutzend Parkplätze weichen, Stellplätze für Anrainer hat man erhalten.

Das Ergebnis: Die Jungferngasse vor der Kirche, die Tuchlauben und Milchgasse sind zur Begegnungszone geworden. Die Buslinien 1A und 2A sowie Fiaker dürfen aber weiterhin durchfahren.

Die Freisingergasse ist ab sofort eine Fußgängerzone, die beim Bauernmarkt in eine weitere Begegnungszone mündet, die bis zur Brandstätte reicht. Hinzugekommen sind am Petersplatz konsumfreie Sitzplatze. Eine helle Pflasterung sowie fünf Nebelstelen sollen verhindern, dass der Bereich im Sommer zur Hitzeinsel wird.

Am neuen Petersplatz sollen Besucher auch ein Gefühl dafür bekommen, wie die verkehrsberuhigte City aussehen könnte – vorausgesetzt, sie kommt tatsächlich. Im Sima Büro wartet man noch immer auf das nötige „Go“ des Bundes.

Für die Kameraüberwachung, mit der einfahrende Autos kontrolliert werden sollen, ist (wie berichtet) eine Novelle der Straßenverkehrsordnung nötig. Von der dafür zuständigen Verkehrsministerin Lenore Gewessler (Grüne) sei jedoch („unerklärlicherweise“) nichts zu hören: „Es ist wie das Schweigen im Walde“ so Sima.

Rot-grüne Uneinigkeit

Im Gemeinderat wollen SPÖ und Neos heute, Donnerstag, daher erneut einen Antrag stellen. Darin soll die Ministerin aufgefordert werden, die StVO-Novelle noch in diesem Jahr umzusetzen, um das Projekt nicht zu verzögern, und in weiterer Folge zu verunmöglichen.

Seitens der Stadt verweist man auf die Uneinigkeit innerhalb der Grünen. Das kamerabasierte Modell wurde erst im Oktober von den Grünen im Bezirk mitpräsentiert. Die Landespartei ist aber dagegen. Im Gemeinderat wollen die Grünen daher nun einen eigenen Antrag einbringen, statt mit SPÖ und Neos zu stimmen.

Alte und neue Konzepte

Grund sei die zu lange Vorlaufzeit des Modells, sagt der grüne Verkehrssprecher Kilian Stark zum KURIER. Laut Machbarkeitsstudie könne die Umsetzung 27 bis 45 Monate dauern. Es fehle auch an Plänen für Umgestaltungen und mehr Grün.

Stattdessen soll das (eigene) Konzept von Ex-Verkehrsstadträtin Birgit Hebein umgesetzt werden. Die nötige Verordnung sei seit Juli 2020 fertig, verstaube aber in einer Schublade. Diese wäre durch einfache Beschilderung günstig und rasch realisierbar. Die Kameraüberwachung könne später immer noch folgen. „Sima hat alle Möglichkeiten. Ihr Nichtstun ist selbst gewählt“, sagt Stark.

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