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Chronik Wien
04/14/2020

Viel Aufregung, wenig Besucher: Die Bundesgärten blieben fast leer

Nur wenige Wienerinnen und Wiener trotzten am Dienstag den niedrigen Temperaturen.

von Julia Schrenk, Christoph Schwarz

Das Wetter war Schuld.

Ziemlich sicher. 

Zum ersten Mal seit dem von der Regierung verhängten Shutdown waren am Dienstag die Bundesgärten in Wien wieder geöffnet. Viel los war dort aber nicht.

Das mag eventuell mit den 8 Grad zusammenhängen, die es Dienstagvormittag in Wien hatte. Vielleicht auch mit dem böigen, kalten Wind, der stürmte. Und vielleicht auch dem Schneefall, der zwischenzeitlich einsetzte.

Zumindest ein paar Besucher waren trotzdem unterwegs. Menschen, die ihre Hunde ausführten. Mütter, die Kinderwägen vor sich herschoben. Familien mit kleinen Kindern auf Laufrädern. Läufer und Spaziergänger. 

Schon beim Eingang standen Parkwächter in gelben Warnwesten, die Polizei fuhr auf Motorrädern und Kastenwägen Runden im Park. 

Ein Papa spielte mit seinen beiden Söhnen auf der Wiese Fußball. Er sei froh, dass der Augarten nun wieder geöffnet sei, aber: "Ich glaube, manche Leute brauchen den Schuss vor den Bug, sonst checken sie nicht, wie ernst die Lage ist", sagt er.

Dennoch: Wäre der Augarten noch länger geschlossen geblieben, hätte er schon "Briefe geschickt" - an die zuständigen Politiker.

Koalitionskrach

Vorausgegangen war der Öffnung der Bundesgärten ein Streit zwischen der Bundesregierung und der Wiener SPÖ. Der Bund ließ die Gärten, für die er zuständig ist, schließen - während die Stadt ihre Parks geöffnet hielt. Die Wiener SPÖ forderte daraufhin von Türkis-Grün vehement, die Bundesgärten ebenfalls zu öffnen.

Zum Ärger zwischen Stadt und Bund gesellte sich rasch ein interner Streit in der Stadtregierung: Die grüne Vizebürgermeisterin Birgit Hebein solidarisierte sich nicht mit Bürgermeister Michael Ludwig, sondern mit ihren grünen Parteifreunden im Bund.

Das Ergebnis: Die Stadt öffnete - wie es sich Hebein, nicht aber die SPÖ wünschte - insgesamt 36 Straßen für Fußgänger. Und auch die (verspätete) Öffnung der Bundesgärten nach Ostern konnte sich letztendlich Hebein auf die Fahnen heften.

Am Dienstag waren die Tore zu den Gärten somit zum ersten Mal wieder geöffnet. Zumindest fast alle: Im Belvedere war das große Tor (vom Gürtel kommend) geschlossen, die Besucher mussten durch die kleinen daneben gehen. Viel los war auch dort am Dienstag nicht.

Dass sich wegen der Bundesgärten tatsächlich ein Streit zwischen Bund und Stadt Wien, aber auch einer zwischen Bürgermeister und Vizebürgermeisterin entfacht hat, kann ein Paar - Jasmin und Charly (beide 28) - im Augarten am Dienstag kaum nachvollziehen.

"Es gibt wichtigeres als die Bundesgärten", sagt Jasmin. Dass so wenig los sei, sei wohl dem Wetter geschuldet. "Ich kenne den Augarten ja bei gutem Wetter und da liegen die menschen schon knapp beisammen", sagt Jasmin. 

Die Bundesgärten

In Wien gibt es fünf Bundesgärten: Den Augarten, den Burggarten, den Volksgarten, den Belvederegarten und den Schönbrunner Schlosspark.

Insgesamt haben die Bundesgärten in Wien eine Fläche von 350 Hektar. 230 davon umfasste die Schließung durch die Regierung. In Wien waren 113.500 Menschen direkt von den geschlossenen Bundesgärten betroffen. 

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