Veronica Kaup-Hasler: "Wer Denkmäler wegräumt, löscht auch Geschichte aus“

Veronica Kaup-Hasler: "Wer Denkmäler wegräumt, löscht auch Geschichte aus“
Wiens SPÖ-Kulturstadträtin über die Erinnerungskultur in Wien und warum der Bund zur herrschenden Wissenschaftsfeindlichkeit beigetragen hat.

Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) agiert als Kultur- und Wissenschaftsstadträtin im Spannungsfeld zwischen Verschwörungstheorien und der derzeitigen Preisexplosion.

KURIER: Alle reden immer davon, dass man mehr Kultur an den Stadtrand bringen muss. Wo gibt es den größten Nachholbedarf?

Veronica Kaup-Hasler: Bei Angeboten für Kinder. Es ist notwendig, dass Kultur auch für die Kleinsten in räumlicher Nähe zugänglich ist. Das ist nicht zuletzt auch eine Frage der Entlastung von Alleinerziehenden.

Gibt es konkrete Pläne?

Ich spreche ungern über ungelegte Eier, hier sind wir noch am Brüten. Aber ja: Es wird neue Standorte für Kindertheater und auch ein Kindermuseum geben. Aber jenseits von Institutionen müssen wir schnell und gratis Kultur zu den Menschen bringen – wie wir das auch mit dem Kultursommer tun, wo es Veranstaltungen in allen Bezirken gibt. In Zeiten steigender Kosten müssen wir alles tun, um alle am gesellschaftlichen Tun teilhaben zu lassen.

Das ist aber auch eine Frage der Finanzierung.

Wir dürfen nicht immer die ökonomischen Prämissen in den Vordergrund stellen. Darum finde ich auch wichtig, die Dauerausstellung im Wien Museum für alle gratis zugänglich zu machen. Am Ende sind die Kosten einer Gesellschaft höher, wenn sich viele ausgeschlossen fühlen.

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