Das Islamische Zentrum am Bruckhaufen in Floridsdorf.

© Kurier/Gruber Franz

Chronik Wien
08/18/2021

Stadt Wien startet Impfaktion vor großen Moscheen

Impfbus der Stadt macht bei Atib-Zentrale und vor Islamischem Zentrum Station. Anmeldung ist keine erforderlich.

von Bernhard Ichner, Naz Kücüktekin

Die Erzdiözese Wien hat es vorgemacht: Vor der Impfstation im Stephansdom standen Interessierte vorige Woche Schlange. Von Donnerstag bis Sonntag erhielten rund 640 Personen das Vakzin von Johnson&Johnson.

Eine ähnlich starke Nachfrage erhofft man sich im Büro von Gesundheitssprecher Peter Hacker (SPÖ) und bei der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) auch bei den Impfaktionen, die diese Woche vor großen Wiener Moscheen starten.

Bürgermeister gibt Startschuss

Das erste Mal Station macht der städtische Impfbus am Freitag bei der Zentrale der Türkisch-islamischen Union (Atib) in Favoriten, wo Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und IGGÖ-Präsident Ümit Vural den Startschuss geben.

Eine Woche darauf, am 27. August, steuert der Wiener Impfbus dann Österreichs größte Moschee, das Islamische Zentrum in Floridsdorf, an.

Wie im Stephansdom ist die Impfung auch bei dieser Aktion ohne vorherige Anmeldung und notfalls auch ohne eCard möglich.

Da man sich einen regen Zulauf wünscht, rührt die IGGÖ bereits eifrig die Werbetrommel. Die Impfaktion wird sowohl über soziale Medien als auch von den Imamen beim Freitagsgebet beworben. Zudem empfahl Vural den Gläubigen in einer Videobotschaft, sich impfen zu lassen.

Hin zu den Menschen

Experten sprechen sich längst für kreative Impfaktionen aus. Migrationsforscherin Judith Kohlenberger sagt im KURIER-Interview: „Die Impfung muss dahin, wo die Menschen sind.“ Simulationsforscher Niki Popper war einer der ersten, der sich für Impfungen in Moscheen und Synagogen einsetzte.

Angesichts der sinkenden Impfbereitschaft gilt zurzeit der Konsens, dass es besonders wichtig ist, Gruppen für eine Impfung zu mobilisieren, die man bisher noch nicht erreichen konnte. Niederschwellige und unbürokratische Angebote werden dabei als essenziell angesehen, um etwaige Barrieren wie Sprachdefizite zu überwinden und besser informieren zu können.

Um zusätzliche Impfangebote zu schaffen, kooperiert die Stadt daher auch mit kleineren Religionsgemeinschaften. So wurde schon in Einrichtungen der Israelitischen Kultusgemeinde und zuletzt in einem Sikh-Tempel geimpft.

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