PK ZU NEUER STELLVERTRETERIN FÜR DIE INNERE STADT: NGOSSO

© APA/GEORG HOCHMUTH / GEORG HOCHMUTH

Chronik Wien
03/03/2020

SPÖ-Turbulenzen springen auf weitere Bezirke über

Die Bezirkspartei der Inneren Stadt wählte Mireille Ngosso nicht zur Spitzenkandidatin. Querelen gibt es auch in Simmering

von Stefanie Rachbauer, Josef Gebhard

Wenn’s läuft, dann läuft’s. Das  scheint aktuell für die  Wiener SPÖ zu gelten: Innerhalb weniger Tage kam es nun bei der vierten Bezirkspartei bei der Kür der Kandidaten für die Wahl im Herbst zu größeren Turbulenzen.

Der aktuelle Schauplatz: Die Innere Stadt, wo die stellvertretende Bezirksvorsteherin Mireille Ngosso  am Montag bei der Wahl zur Spitzenkandidatin für die Bezirkswahl durchfiel. Nur 46 Prozent der 126 Delegierten stimmten für die 40-jährige Ärztin, die erst im Jahr 2018 in ihre jetzige Funktion  aufrückte. Wegen ihrer Herkunft aus Afrika sorgte dies damals für Aufsehen.
„Ich lasse den Kopf nicht hängen. Ich will mich weiterhin politisch engagieren“, kommentiert Ngosso ihre Abwahl via Facebook. Für eine Stellungnahme war sie nicht erreichbar. „Ich bin sehr überrascht, dass sie in dieser Deutlichkeit nicht unterstützt wurde“, sagt Bezirksparteichef Georg Niedermühlbichler zum KURIER. Schließlich hätten sich die Parteigremien (Präsidium, Vorstand, Ausschuss) noch einstimmig für Ngosso ausgesprochen.

Dass nun die Basis mehrheitlich gegen Ngosso gestimmt hat, hat dem Vernehmen nach mehrere Gründe. Manchen Genossen sei sauer aufgestoßen, dass sie aufgrund ihres Berufs zu wenig Zeit für die Bezirkspolitik gehabt habe. Auch ihr intensives Engagement für die afrikanische  Community über die Bezirksgrenzen hinaus sei bei manchen nicht gut angekommen. Zudem sei es zu Streitereien mit jüngeren Genossen gekommen, die über soziale Medien ausgetragen worden seien und sich unnötig aufgeschaukelt hätten.

Die Partei muss  nun jedenfalls möglichst rasch einen neuen Spitzenkandidaten auftreiben, der für alle Mitglieder der  verunsicherten Bezirksgruppe tragbar ist.

 

Krach in Simmering

Unruhe herrscht aktuell aber auch in der SPÖ Simmering. Gemeinderätin Birgit Jischa hätte auf Platz zwei der Simmeringer Liste in die Gemeinderatswahl ziehen sollen. Doch auch ihr verweigerte am Montag die rote Basis mit nur 45 Prozent Zustimmung die Unterstützung,  wie dem KURIER seitens der Bezirkspartei bestätigt wurde. Jischa war vor wenigen Monaten aufgefallen, als sie gemeinsam mit einigen anderen Simmeringer Genossen öffentlich gegen das Gastro-Rauchverbot protestierte.

Turbulenzen gibt es aktuell auch in der Donaustadt. Dort rittern, wie berichtet, Josef Taucher und Muna Duzdar um den Parteivorsitz, doch nur Taucher steht auf dem Stimmzettel.

In Margareten trat  Bezirkschefin  Susanne Schaefer-Wiery nach internen Unstimmigkeiten aus der SPÖ aus. Ihre Nachfolgerin als Spitzenkandidatin, Silvia  Jankovic, wurde von nur 59 Prozent der Genossen gewählt.  „Fast zwei Drittel  haben mich gewählt, das finde ich tadellos“, sagt sie am Dienstag. „Ich werde mich aber bemühen, auch die restlichen 40 Prozent zu überzeugen.“

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