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Chronik Wien
03/03/2020

Wien-Wahl: Diese Bezirke könnten im Herbst ihre Farbe wechseln

Grüne könnten einige weitere Bezirksvorsteher-Posten erobern. SPÖ profitiert vom Absturz der Freiheitlichen.

Unverhofft Morgenluft wittern die Grünen im 5. Bezirk. Nach den Querelen rund um den Parteiaustritt von SPÖ-Bezirksvorsteherin Susanne Schaefer-Wiery rechnen sie sich wie berichtet bei der Bezirksvertretungswahl im Oktober Chancen auf Platz eins aus. Ein ambitioniertes Vorhaben – liegen doch die Grünen aktuell in Margareten mit 22,84 Prozent fast 16 Prozentpunkte hinter der SP.

Ungeachtet dessen könnte die aktuelle politische Großwetterlage dazu führen, dass sich im Herbst die Kräfteverhältnisse in den Bezirken erheblich verschieben. Der KURIER wagt drei Prognosen.

City wird noch grüner

Generell befinden sich die Grünen aktuell auf Umfragen-Höhenflug und würden bei den Gemeinderatswahlen kräftig zulegen. Schlägt dieser Trend auf Bezirksebene durch, könnten sie zu ihren jetzigen drei, in denen sie die Mehrheit haben, einige weitere Bezirke von der SPÖ erobern, in denen sie aktuell nur knapp hinter den Roten liegen. Es geht dabei durchwegs um Bezirke innerhalb des Gürtels wie Wieden (Abstand knapp sechs Prozentpunkte), Mariahilf (4 %) und Alsergrund (knapp 4 %).

Umgekehrt wird die SPÖ alles daran setzen, die Leopoldstadt, die bei der Wahlwiederholung 2016 überraschend an die Grünen verloren ging, wiederzuerobern. Wohl nicht zufällig starteten die Roten dort zuletzt ihre „Wunschboxtour“.

Dicht auf den Fersen sind die Grünen in der Josefstadt der ÖVP (Abstand drei Prozentpunkte), die den Bezirk 2010 den Ökos nach deren Spaltung abgeluchst hatte.

SPÖ hält Machtbasis in den Großbezirken

Es kam einem Polit-Erdbeben gleich, als 2015 die FPÖ mit Simmering erstmals einen Bezirk erobern konnte. Mit 41,76 Prozent ging man knapp vor der SPÖ (40,83 %) ins Ziel. Mit dem früheren AK-Präsidenten Rudolf Kaske wollen die Roten diese Scharte auswetzen. Die Chancen stehen gut: Nach dem Ibiza-Skandal und der Abspaltung von Heinz-Christian Straches DAÖ ist die 2015 noch so mächtige FPÖ nur mehr ein Schatten ihrer selbst.

Somit braucht sich die SPÖ auch in den anderen Flächenbezirken keine großen Sorgen machen, in denen ihr die FPÖ 2015 gefährlich nahe gekommen war: Favoriten, Floridsdorf und Donaustadt. Gleichzeitig sind in all diesen Bezirken Grüne und ÖVP so schwach, dass sie beim Match um Platz eins nicht einmal ansatzweise eine Rolle spielen werden.

Zwei bürgerliche Bezirke könnten Farbe wechseln

Ein spannendes Rennen ist in Döbling zu erwarten. Hier konnte die SPÖ bei den Gemeinderatswahlen seit Ewigkeiten deutliche Siege für sich verbuchen. Ebenso wie die ÖVP bei der Bezirksvertretungswahl stets auf Platz eins landete. Geschuldet war dies vor allem dem beliebten ÖVP-Langzeit-Bezirksvorsteher Adi Tiller, der von 1978 bis 2018 Döbling regierte. Nach seinem Abtreten hofft die SPÖ, auch auf Bezirksebene das Rennen zu machen. Was dagegen spricht: Ähnlich wie die Grünen befindet sich die ÖVP in einem generellen Umfrage-Hoch, das in Döbling das Match zugunsten der Türkisen entscheiden könnte.

Das erhofft sich die ÖVP auch im benachbarten Währing, wo man bis 2015 regierte und dann knapp gegen die Grünen rund um Silvia Nossek verlor.

Wer wird gewählt?
Die Wiener Bezirksvertretungswahlen finden alle fünf Jahre gemeinsam mit den Gemeinderatswahlen statt. Gewählt wird die Zusammensetzung der 23 Bezirksvertretungen (je nach Einwohnerzahl des Bezirks jeweils 40 bis 60 Bezirksräte). Die stimmenstärkste Partei stellt automatisch den Bezirksvorsteher

Wer darf wählen?
Zusätzlich zu den bei den Gemeinderatswahlen Wahlberechtigten haben bei den Bezirksvertretungswahlen auch nichtösterreichische EU-Bürger mit Hauptwohnsitz Wien aktives und passives Wahlrecht

Worum geht es?
Zu den wichtigsten Kompetenzen der Bezirke gehört die Erhaltung der Pflichtschulen, der lokalen Verkehrsflächen und der Parks

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