Etwa 150 Personen waren dem Aufruf der SPÖ gefolgt.

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Chronik Wien
09/30/2020

SPÖ-Schutzring soll Lorenz-Böhler-Spital retten

Die SPÖ Brigittenau und die Gewerkschaft FSG protestierten mit einer Menschenkette gegen die AUVA-Pläne.

von Bernhard Ichner

Die SPÖ hat von Schutzringen um Spitäler noch nicht genug und zog deshalb am Mittwoch einen um das Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhaus. Aber nicht energetisch, sondern in Form einer Menschenkette. Etwa 150 Personen waren dem Aufruf gefolgt.

Mit der Aktion wollten die SPÖ Brigittenau und die rote Gewerkschaft FSG ein Zeichen für den Fortbestand des Spitals setzen. Wie berichtet, will die AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) die Unfallchirurgie in Meidling bündeln, und das Böhler in eine Ambulanz umwidmen.

Die Pläne des AUVA-Managements würden nicht nur Arbeitsplätze gefährden, meint man bei der SPÖ, sondern würden auch zu einer Reduktion der Beiträge der Unternehmer zur Unfallversicherung führen - wodurch sich wiederum die Situation der Arbeitnehmer verschlechtern würde.

"Weniger Leistung, weniger Spitalsbetten"

SPÖ-Gemeinderat Erich Valentin betont daher: „Die Umzugspläne würden der AUVA zusätzliche Kosten von 1,8 Millionen Euro im Jahr aufhalsen. Einsparungen in der Höhe von 150 Millionen für die Betriebseigentümer an Beiträgen würden sich für die fünf Millionen AUVA-Versicherten in weniger Leistung und in weniger Spitalbetten niederschlagen.“

Für die Brigittenau würden die AUVA-Pläne eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung und den Verlust von Arbeitsplätzen bringen, meint man bei der Bezirks-SPÖ. „Viele niedergelassene ÄrztInnen gehen in der Brigittenau in den nächsten Jahren in Pension", klagt Hannes Derfler. Dazu komme nun "die unklare Situation bezüglich des Weiterbestandes des Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhauses".

Petition im Nationalrat

Auch SPÖ-Nationalratsabgeordneter Rudolf Silvan, der selbst lange AUVA-Landesstellenleiter war, sieht durch diverse Entscheidungen der AUVA Führung das Lorenz-Böhler "in seiner aktuellen Form gefährdet". Er initiierte daher eine Petition zur Rettung des Krankenhauses. Diese wurde bereits von mehr als 7.300 Personen unterzeichnet und in der Vorwoche im Nationalrat eingebracht.

Für Aufregung sorge laut Silvan nicht nur die geplante Auslagerung der medizinischen Akkutversorgung von Unfallopfern in das UKH Meidling – am Standort Brigittenau soll lediglich eine ambulante Versorgung von Unfallopfern erfolgen. Sondern auch eine Job-Rotation für das medizinische Personal.

"Diese wurde ursprünglich als freiwillig angekündigt, findet nun aber ab Oktober zwischen den beiden AUVA-Unfallkrankenhäusern in Brigittenau und in Meidling verpflichtend statt", so Silvan. Dadurch wäre zu befürchten, dass die Qualität der Arbeit leidet und gut aufeinander eingespielte Teams zerstört werden könnten. Arbeitnehmervertreter seien nicht eingebunden worden.

Laut AUVA ist Standort gesichert

Seitens der AUVA heißt es zu den Befürchtungen: "Es gibt es ein klares Bekenntnis zum Standort Lorenz Böhler. In welcher Form er weitergeführt wird, ist derzeit noch Gegenstand von Verhandlungen mit der Stadt Wien bzw. mit dem Wiener Gesundheitsverbund."

Fest stehe aber, "dass der Standort weiterhin von der Rettung angefahren werden kann, auch können Patienten dort weiterhin selbst die Ambulanz aufsuchen".

Lediglich Polytraumen – also Verletzungsmuster im Bereich mehrerer Körperregionen oder Organsysteme, von denen eine einzelne oder die Kombination mehrerer Verletzungen eine Lebensbedrohung darstellt – würden künftig ausschließlich am Standort Meidling (oder in einem Haus des Wiener Gesundheitsverbundes) behandelt.

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