Quereinsteiger sollen Personalmangel in Wiener Kindergärten mildern

Ein Ausbildungsprogramm wird speziell für den Kindergarten aufgebaut
Mit dem waff-Programm will die Stadt Wien die Elementarpädagogik attraktiver machen. Teilnehmer erhalten 1.400 Euro Ausbildungsgeld.

Der Fachkräftemangel in Kindergärten ist österreichweit groß, in Wien kommt das Bevölkerungswachstum und die Pensionierungswelle hinzu.

In der Hauptstadt werden 60 Prozent der Kindergartenplätze von privaten Trägern angeboten. Um ergänzend zu städtischen auch private Einrichtungen zu stärken, will die Stadt den Jobumstieg in die Elementarpädagogik nun erleichtern.

Job Plus Ausbildung

Eine entsprechende Initiative präsentierten Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos). Angesprochen werden mit dem Programm speziell Quereinsteiger und geflüchtete Ukrainerinnen. Sie werden im Rahmen des waff-Programms "Job Plus Ausbildung" zwei Jahre lang ausgebildet.

Während dieser Zeit erhalten sie eine AMS-Leistung und das Wiener Ausbildungsgeld, das ab Jänner für Personen mit einer geringen AMS-Beihilfe auf die Geringfügigkeitsgrenze erhöht wird. Teilnehmer bekommen dadurch rund 1.400 Euro monatlich.

Ausbildung mit Einstellungsgarantie

Der erste Kurs für 72 arbeitssuchende Wiener und Wienerinnen startet bereits im September. Bei erfolgreichem Abschluss haben sie eine Einstellzusage bei Einrichtungen der Kinderfreunde, der St. Nikolausstiftung und der KIWI-Kinder. Der nächste Lehrgang startet im September 2023 mit insgesamt 84 Plätzen. Als Kooperationsunternehmen kommen zusätzlich noch die Diakonie Bildung und die "kindercompany" hinzu.

Pilotprojekt für Ukrainerinnen

Wie eine Erhebung zu Beginn des Ukraine-Kriegs ergab, gibt es "mehrere Duzend" Personen mit Vorqualifikationen in der Elementarpädagogik, so Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos). Aus diesem Personenkreis will die Stadt ebenfalls schöpfen und startet ergänzend ein Pilotprojekt mit 15 Ukrainerinnen.

Ab Jänner 2023 werden die Teilnehmerinnen als Assistentinnen 20 Wochenstunden in städtischen und privaten Kindergärten eingesetzt, während sie notwendige Prüfungen und Deutschkenntnisse für die Anerkennung ihrer Ausbildung absolvieren. In dieser Phase erhalten die Projektteilnehmerinnen ebenfalls das Ausbildungsgeld, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Zur Verfügung stehen laut Wirtschaftsstadtrat Hanke (SPÖ) rund zehn Millionen Euro für das Jahr 2023. Das Budget wird auf waff-Programme für die Elementarpädagogik und den Pflegebereich aufgeteilt. Gibt es für einen der beiden Bereiche mehr Anmeldungen, erhält dieser auch mehr Geld aus dem Budget.

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