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Chronik Wien
09/17/2021

Polit-Disput um neue Bäume: Pflanzereien in der Landstraße

Das Fasanviertel würde dringend eine Begrünung brauchen. Wären da nicht die Parkplätze, über die sich Rot und Grün in die Haare geraten.

von Josef Gebhard

Beide Parteien werden nicht müde zu betonen, wie wichtig ihnen der Klimaschutz ist. Wenn es um konkrete Maßnahmen geht, geraten sich Rot und Grün aber dennoch immer wieder in die Haare. Das ist beim Lobautunnel so, gilt aber auch für die Niederungen der Bezirkspolitik.

Reichlich Anschauungsmaterial dazu lieferte am Donnerstag die Bezirksvertretungssitzung in der Landstraße, bei der ein heftiger Disput um Baumpflanzungen (mit ÖVP und FPÖ in den Nebenrollen) entbrannte.

Die Grünen brachten unter anderem einen Antrag ein, wonach in der Hohlweggasse und in der Mohsgasse jeweils eine Baumallee mit mindestens zehn Bäumen entstehen soll, um das betongraue Fasanviertel – eine sommerliche Hitzeinsel – ein wenig zu begrünen.

Parkplätze müssen bleiben

Eine Begrünung will im Prinzip auch die SPÖ, wie aus deren Anträgen hervorgeht. Aber: „Dies hat unter Berücksichtigung der Parkplatzsituation zu erfolgen“, wie Bezirksvorsteher Erich Hohenberger betont. Den Grünen hingegen scheine es darum zu gehen, möglichst viele Stellplätze zu vernichten. Ihre Allee-Pläne seien nichts weiter als „populistische Maßnahmen“.

Zu beachten seien auch die Kosten. Deshalb habe Hohenberger schon im März den Auftrag gegeben, Straßenzüge im Bezirk zu finden, wo Baumpflanzungen günstig machbar sind. Denn statt 3.000 Euro könnte eine einzelne Baumpflanzung rasch bis zu 30.000 Euro kosten, wenn bestimmte Schutzmaßnahmen erforderlich seien. Etwa wenn ein Baum in der Nähe einer Gas- oder Wasserleitung gepflanzt werden soll.

FPÖ gegen alle

Als Dritter mischte sich noch die FPÖ in den Disput ein, die nie weit ist, wenn es um Parkplätze geht. Dass die SPÖ gegen die grünen Parkplatzvernichter wettert, hinderte sie nicht daran, ihrerseits den Roten Stellplatzraub vorzuwerfen: „Bis zu neun  Parkplätze“ würden SPÖ-Baumpflanz-Pläne im Fasanviertel zum Opfer fallen, warnt man empört. Mit weiteren Maßnahmen wären es bis zu 140 im ganzen Bezirk.

Und die ÖVP? Sie sprach sich in der Sitzung in ihren Anträgen für Baumpflanzungen aus – sofern dabei keine Parkplätze verloren gehen. Das wollten wiederum die Grünen nicht so stehen lassen und antworteten mit Abänderungsanträgen ohne Parkplatz-Klausel.

Im Zug ist jetzt jedenfalls das Ressort von Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ), der die (möglichen) Pflanzereien in der Landstraße zu prüfen hat.

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