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Chronik Österreich
05/08/2020

Donaustadt ist Wiens Spitzenreiter bei den Baumpflanzungen

Allein dieses Jahr sind 800 Pflanzungen geplant. Im kleinen Innenstadt-Bezirk Mariahilf sind es 27.

von Josef Gebhard

In an sich eher trostlosen Zeiten ist es wieder einmal ein internationales Ranking, das bei der Stadtregierung für Feierlaune sorgt: Wien darf sich wie berichtet die grünste Stadt der Welt nennen, zumindest wenn es nach der Bewertung der Consulting-Firma Resonance geht.

Angesichts des Klimawandels verwundert es wenig, dass mittlerweile die Regierungsparteien darin wetteifern, wer die grünere Partei ist. Während die Grünen zuletzt eher Verkehrsberuhigungsprojekte forcierten (z. B. Pop-up-Radwege), setzen die Roten aktuell verstärkt auf die Begrünung der Stadt dank neuer Bäume. „Sie sind sozusagen lebende natürliche Klimaanlagen“, formuliert es SPÖ-Klubobmann Josef Taucher.

800 Bäume für den 22. Bezirk

Eine Vorreiterrolle in Sachen Baumpflanzungen will die Donaustadt spielen: Allein in diesem Jahr sollen im flächenmäßig größten Bezirk der Stadt 800 Bäume gepflanzt werden, kündigt Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) an. Zum Beispiel diesen Freitag in der Donauturmstraße.

„Obwohl die Donaustadt einen Grünraumanteil von über 50 Prozent hat, ist es mir wichtig, verstärkt in den Baumbestand zu investieren“, sagt Nevrivy. Konkret gehe es dabei um eine zusätzliche halbe Million Euro, die der Bezirk springen lässt. Ursprünglich hätten es heuer wie jedes Jahr nur 300 Bäume sein sollen.

Die Innenstadt-Bezirke können da schon allein wegen ihrer Größe nicht einmal annähernd mithalten. In Mariahilf etwa wird dieses Jahr die vergleichsweise überschaubare Zahl von 27 Bäumen gepflanzt. Die meisten davon in der Millergasse und im Esterhazypark (jeweils sechs Stück).

Herausforderungen in der City

In der dichtverbauten Innenstadt ist die Begrünung zudem wesentlich aufwendiger als in den Flächenbezirken. So kann hier das Pflanzen eines neuen Baums schon 30.000 Euro und mehr kosten. Ein wichtiger Kostenfaktor sind hier die Schutzverrohrungen für die Leitungen im Erdreich, damit diese nicht von den Wurzeln beschädigt werden können. Weiters muss eine Entwässerung sichergestellt werden. Der Baum selbst kostet hingegen lediglich 300 bis 1.000 Euro.

Dennoch sei diese Investition wichtig, betont Bezirksvorsteher Markus Rumelhart (SPÖ): „Ein ausgewachsener Baum nimmt bis zu 370 Liter Wasser pro Tag auf, die er wieder in die Atmosphäre abgibt. Die Verdunstungsleistung und die Schattenwirkung machen Bäume zum effizientesten und nachhaltigsten Mittel gegen sommerliche Überhitzung.“

Großteil Ersatzbäume

Insgesamt werden heuer in ganz Wien rund 4.500 Straßen- und Parkbäume gepflanzt. Das ist ein Plus im Vergleich zu 2019, womit der Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt wird (siehe Grafik).

Dass man die Stadt trotz dieser Zuwächse vor lauter Bäumen noch sieht, hat einen simplen Grund: Im Schnitt handelt es sich nur bei fünf bis zehn Prozent der Bäume um echte Neupflanzungen. Der Löwenanteil ist hingegen der Ersatz für bestehende Bäume, die wegen Altersschwäche, Schäden oder Bauvorhaben weichen mussten.

Und hier sind es gerade die Innenstadt-Bäume, die besonderen Belastungen durch Wassermangel, Streusalz, aber auch Hunde-Urin ausgesetzt sind.

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