Theresianum), Kindergarten

© Kurier / Juerg Christandl

Chronik Wien
07/13/2021

Debatte um Corona-Impfpflicht bei Lehrern und Kindergartenpädagogen

Die Patientenanwältin Sigrid Pilz fordert nun eine Impfpflicht für das pädagogische Personal. Epidemiologe Gerald Gartlehner hatte sich zuletzt dagegen ausgesprochen.

von Josef Gebhard

Seit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine verpflichtende Covid-Impfung für Pflege- und Gesundheitspersonal angekündigt hat, flammt die Diskussion wieder auf, ob solche Schritte auch in Österreich sinnvoll wären. Aktuell wird eine Impfung im Wesentlichen nur von neu eintretenden Mitarbeitern verlangt.

Wiens Patientenanwältin Sigrid Pilz geht zwei Schritte weiter: Sie tritt nicht nur für eine allgemeine Corona-Impfpflicht für das Gesundheitspersonal wie in Frankreich ein. Geht es nach ihr, sollen auch sämtliche Lehrer und Kindergartenpädagogen der Impfpflicht unterworfen werden.

"Schließlich handelt sich auch hier um Mitarbeiter, denen vulnerable Personengruppen anvertraut sind“, sagt sie zum KURIER. Und es sei aktuell nicht möglich, Kinder zu impfen.

Eine Impfplicht für pädagogisches Personal ist derzeit in Österreich nur in Ansätzen vorhanden. So hat Wien zuletzt angekündigt, dass sich künftig neu eintretende Kindergartenpädagogen impfen lassen müssen.

Wie gefährdet sind Kinder?

Zuletzt hatte sich der Epidemiologe Gerald Gartlehner zwar für Maßnahmen wie in Frankreich, aber gegen eine Impfpflicht für pädagogisches Personal ausgesprochen. Mit dem Argument, dass Kinder in der Regel nicht besonders schwer erkranken würden. Pilz: "Diese Einschätzung kann ich nicht teilen: Wir wissen zu wenig über die Gefährlichkeit von Long-Covid-Erkrankungen bei Kindern."

Sie kann sich vorstellen, dass Personal, das sich der Impfung verweigert, am Arbeitsplatz nicht mehr dort eingesetzt wird, wo es mit vulnerablen Gruppen in Berührung kommt. Seitens der Politik hatte man sich zuletzt gegenüber einer Impfpflicht für Bestandspersonal skeptisch gezeigt. Dies sei rechtlich schwer durchsetzbar, so der Tenor. Pilz sieht das anders: "Es geht hier um die Arbeit mit Schutzbefohlenen." Für die Patientenanwältin ist denkbar, dass Betroffene, die sich bei ungeimpftem Personal mit Covid angesteckt haben, klagen könnten.

Massive Kritik übt Pilz an den Aussagen von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP),  der zuletzt den Schutz vor Corona zur Privatsache erklärt hatte. "Dies trifft auf so viele Menschen nicht zu – allen voran den Kindern und chronisch Kranken, die sich eben nicht selbst schützen können."

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