Die 15.000 Tonnen schwere Brücke auf dem Areal, die 1876 als Teil des Verbindungsgleises zur Donau-Ufer-Bahn gebaut wurde, wird derzeit saniert.

© PID/Votava

Chronik Wien
09/06/2021

Nordbahnhof: Spazieren, wo einst Eisenbahnen fuhren

Die historische Eisenbahnbrücke wird umfunktioniert.

von Nina Oezelt

Natur und Bahnfeeling sollen weiterhin beim Nordbahnhof spürbar bleiben: Bestimmte Bereiche sollen etwa nicht gemäht werden. Es bleibt das Gefühl der unberührten Natur, des Großstadtdschungels. Und es bleibt auch die 17 Meter lange Eisenbahnbrücke erhalten.

93.000 Quadratmeter

Es geht um die sogenannte „Freie Mitte“ am ehemaligen Nordbahnhofgelände. Während rundherum neue Wohnhäuser gebaut wurden und werden, soll bis Mitte 2025 eine 93.000 Quadratmeter große Natur- und Parkfläche - in der Mitte am Nordbahnhof - entstehen.

Im Juli war der Spatenstich. Ein wichtiger Teil der Parkgestaltung, die auf Planung der Stadtgärten und einer Bürgerbeteiligung zurückgeht, beinhaltet auch alte Bahnrelikte: Bahngleise, Signalzeichen und eine alte Eisenbahnbrücke. Die genietete Brücke aus nichtschweißbarem Stahl soll eine der ältesten Österreichs sein: Das Stahlgerüst wurde etwa 1876 als Teil des Verbindungsgleises zur Donau-Ufer-Bahn errichtet. Die Brückenpfeiler stammen sogar aus dem Jahr 1838.

15.000 Tonnen

Vergangene Woche wurde die Brücke von den ÖBB von ihren Pfeilern gehoben: „Jetzt wird das 15.000 Tonnen schwere Teil saniert, von Verschmutzungen und von Rost befreit, bevor die Brücke in wenigen Wochen wieder zurückgesetzt wird“, sagt ein Sprecher von den ÖBB.

Im Park-Areal wird sie die Verbindung zwischen dem Teil der „Stadtwildnis“ und dem zentralen Bereich der Freien Mitte sein. Wo früher also Eisenbahnen fuhren, werden dann Menschen spazieren. Dafür wird noch ein Gelände und ein neuer Belag ergänzt. Fünf Meter darunter verläuft dann die Leystraße. Ein Fuß- und Radweg, der vermutlich im Jahr 2023 entstehen wird.

Suche nach Nutzung für Wasserturm

Auf dem Areal, wo im Jahr 2019 die Nordbahnhalle durch Brandstiftung abbrannte, blieb der denkmalgeschützte Wasserturm erhalten. „Wir suchen gemeinsam mit der Stadt noch nach einer perfekten Nutzung“, sagt ein ÖBB-Sprecher. Der Turm soll auf jeden Fall öffentlich zugänglich gemacht werden, heißt es.

Highlight der Freien Mitte wird die Stadtwildnis sein: Sie ist bereits jetzt ein Bereich, der einen Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten ist. (Wechselkröten, Zauneidechsen). Auf der anderen Seite der Brücke wird in den nächsten Jahren ein Stadtbalkon entstehen - mit Blick über das gesamte Areal.

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