Hacker with laptop

© Getty Images / ozgurdonmaz/istockphoto

Chronik Wien
12/06/2019

Nach Terrordrohungen in Wien: Zwei Verdächtige angezeigt

Als Ziele wurden der Westbahnhof, die Seestadt, die Polizeiinspektion Tannengasse und diverse Schulen genannt.

von Konstantin Auer

Am 1. Dezember kursierten auf Snapchat, Instagram und Twitter Fotomontagen mit Bezug zur Terrormiliz des sogenannten "Islamischen Staats". Sie beinhalteten Terrordrohungen gegen verschiedene Einrichtungen in Wien. Es wurden etwa der Westbahnhof, die Seestadt, die Polizeiinspektion Tannengasse und diverse Schulen genannt. 

Der Verfassungsschutz hat nun zwei Verdächtige ausgeforscht, die sich laut Polizei für die Drohungen verantwortlich erklärten. Es soll sich um einen 17-jährigen Tschetschenen, der in Österreich Asyl erhalten hat, und einen Bekannten, ein 14-jähriger Kroate, handeln. Die beiden Jugendlichen leben in Wien und sind arbeitslos.

Die Drohungen wiesen außerdem starke Ähnlichkeit mit jenen von Juni 2019 auf, die damals ebenfalls die Seestadt betrafen. Damals kündigten die Urheber der Postings an, in die Seestadt zu kommen und jeden, den sie antreffen, zu erschießen.

"Spaß" und "Rache" als Motiv

Sie gestanden die Tat und sollen in ersten Einvernahmen "Spaß" als Motiv genannt haben. Der 17-jährige soll außerdem angegeben haben, aus Rache gehandelt zu haben, weil er ein Video gesehen habe, in dem ein Jugendlicher mit Migrationshintergrund in der Seestadt verprügelt worden sein soll.

Damals war kurz zuvor ein Video eines brutalen Überfalls via Whatsapp verbreitet worden. Darauf zu sehen war, wie ein 15-Jähriger brutal niedergeschlagen und ausgeraubt wurde. Die drei Verdächtigen - zwei Mädchen im Alter von 15 und 13 Jahren sowie ein 13-jähriger Bursche - wurden ausgeforscht, die Älteste angezeigt. Die Angreifer wollte der 17-Jährige „zur Rechenschaft ziehen“, gab er gegenüber der Polizei an.

Die beiden Verdächtigen wurden nach einer Weisung der Staatsanwaltschaft wegen gefährlicher Drohung auf freiem Fuß angezeigt. Dass die Jugendlichen tatsächlich Kontakt zur Terrormiliz gehabt hätten, schließt Polizeisprecher Harald Sörös eher aus.

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