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Chronik Wien
02/28/2020

Mordversuch in Wien: 16-Jährige in akuter Lebensgefahr

Ihr Ex-Freund soll die Jugendliche mit einem Messer attackiert haben. Er leugnet die Tat. Trotz früherer Anzeige gab es kein Betretungsverbot.

von Konstantin Auer

Schon als sie noch ein Paar waren und auch danach, soll der 16-Jährige seine damalige Freundin mehrmals körperlich verletzt haben. Nach dem Ende der Beziehung vor einigen Monaten erstattete die ebenfalls 16-Jährige Anzeige. Nun schwebt sie in Lebensgefahr

Am Donnerstagnachmittag soll der Ex-Freund der jungen Frau bei ihrer Schule aufgelauert, sie nach Hause verfolgt haben und  dort mit einem Messer auf sie losgegangen sein. Trotz zahlreicher Stichverletzungen am ganzen Körper schaffte sie es noch, die Rettung zu rufen.

Beim Eintreffen  in der Ödenburger Straße in Wien-Floridsdorf fand die Polizei die junge Frau in der Wohnung. Sie war nur für kurze Zeit ansprechbar und teilte den Beamten mit, dass ihr Ex-Freund für ihre Verletzungen verantwortlich sein soll.

„Das ganze Stiegenhaus war voll mit Blut, die Frau konnte man gar nicht mehr erkennen“, schildert eine Nachbarin, die den Polizeieinsatz mitbekam. Die Eltern und der Bruder der jungen Frau waren zum Tatzeitpunkt nicht zu Hause.

Akute Lebensgefahr

Das Opfer wurde nach der Erstversorgung durch die Rettung ins Spital gebracht. Sie befindet sich laut einer Sprecherin des Wiener Krankenanstaltenverbunds immer noch in akuter Lebensgefahr und konnte deswegen noch nicht zu genaueren Hintergründen der Tat befragt werden.

Der Verdächtige soll nach der   Tat geflohen sein. Die Polizei leitete sofort eine Fahndung ein und nahm den 16-Jährigen gegen 19 Uhr widerstandslos in seiner Wohnung in Wien-Leopoldstadt fest. In den ersten Vernehmungen soll der österreichische Staatsbürger die Tat gegenüber den Ermittlern des Landeskriminalamts geleugnet haben. Ihm wird ein versuchter Mord vorgeworfen.

Kein Betretungsverbot

Trotz der früheren Anzeige gab es laut Polizei kein Betretungsverbot gegen den Verdächtigen. „Warum es das nicht gegeben hat, klären wir gerade intern ab“, sagt ein Polizeisprecher.

Betroffene von Gewalt erhalten Hilfe bei der Interventionsstelle gegen Gewalt  und dem Frauennotruf: 0800/222 555 bzw. 01/71719.