Das Mädchen hatte behauptet, auf die Gleise gestoßen worden zu sein.

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Falschmeldung
01/18/2017

Mädchen gestand, rassistische Attacke erfunden zu haben

Eltern der Schülerin wollen bereits erstattete Anzeige zurückziehen. Strafen drohen trotzdem.

von Bernhard Ichner

Der Fall eines türkischstämmigen Mädchens, das behauptet hatte, in der S-Bahn-Station Krottenbachstraße von einer Frau auf die Gleise gestoßen worden zu sein, stellte sich nun endgültig als Falschmeldung heraus. Die Schülerin gab laut Dokustelle der Islamischen Glaubensgemeinschaft zu, den rassistischen Angriff erfunden zu haben. Ihre Eltern wollten die bereits erstattete Anzeige noch am Mittwochabend zurückziehen, um die strafrechtlichen Konsequenzen für ihre bereits strafmündige Tochter vielleicht doch noch mindern.

Wie berichtet, hatte die 14-jährige behauptet, eine Obdachlose habe sie ob ihres Kopftuchs als Terroristin beschimpft und attackiert. Auf den Überwachungsvideos aus der Station war davon aber nichts zu sehen. Um sicherzugehen, wollte die Polizei zusätzlich zu den Aufnahmen vom Bahnsteig auch jene aus dem Zug sichten. Sowohl die Obdachlose – es handelt sich um eine unmündige Person – als auch die Schülerin waren nach dem angeblichen Vorfall ja in die S-Bahn gestiegen. Die betreffenden Videoaufzeichnungen wurden bereits bei den ÖBB angefordert, erklärte Polizei-Sprecher Paul Eidenberger Mittwochfrüh noch.

Anzeigen drohen weiter

Das Risiko dürfte dem Mädchen letztlich doch zu groß geworden sein. Ihr Geständnis muss aber nicht zwangsläufig etwas an den Konsequenzen ändern. Da sie bei ihrer ersten Einvernahme absichtlich falsche Angaben machte, drohen ihr dennoch Anzeigen wegen Verleumdung und Vortäuschen einer strafbaren Handlung.

In den Facebook-Gruppen, von denen sich die Causa verbreitet hatte, reagierte man gestern, Mittwoch, auf die aktuellen Entwicklungen. Sowohl "Yeni Hareket", als auch "Dokustelle für Muslime" und "Rassistische Übergriffe und Diskriminierung in Österreich und Co." stellten die Darstellung richtig.