© Gilbert Novy, Gerhard Deutsch

Chronik Wien
11/17/2020

Lockdown I und Lockdown II : Was sich geändert hat

Der Vergleich. Der zweite Lockdown kam acht Monate nach dem ersten. Wie unterscheiden sich 16. März und 17. November?

von Gert Korentschnig, Daniel Voglhuber

Verkündet wurden beide Lockdowns vom virologischen Quartett an einem Samstag, jeweils dem 14.Lockdown I setzte dann am 16. März ein, zur Vorbereitung auf Lockdown II hatten die Menschen einen Tag länger Zeit. Was zwecks Vorbereitung in den Monaten dazwischen passierte, ist eine andere Debatte.

Bleiben wir hier beim Menschlichen: Wie fühlt sich der zweite Lockdown, im Vergleich zum ersten, an? Riecht er anders? Wie schmeckt er den Millionen Betroffenen? Und wie streng fühlen sich diese an ihn gebunden? Ist er schon zur (lästigen) Gewohnheit geworden? Was, schon wieder Lockdown?

Bild links: © Gilbert Novy

Bild rechts: © Mangione Jeff

Die Rolltreppen

Links: Rolltreppen am 16.3. Rechts: Rolltreppen am 17. 11.

„Die große Leere“ titelte der KURIER am Tag nach der Lockdown-Premiere. Und im Blattinneren berichteten wir, dass „maximal sieben Prozent der Schüler“ in die Klassen kamen. Bei der Wiederaufnahme des Infektionspräventionsdramas sieht es anders aus: Auf Seite 1 vermelden wir wachsende Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff. Und zumindest doppelt so viele Kinder wurden in die Schule gebracht.

Bild links: © Gilbert Novy

Bild rechts: © Gerhard Deutsch

Das Museumsquartier

Der Wiener Kultur-Hotspot Museumsquartier war im März ganz ausgestorben. Am Dienstag war ein bisschen was los.

Wir erinnern uns im Zusammenhang mit Lockdown I an leere Straßen und Fotos, die diese beeindruckend abbildeten. Vielleicht muss sich auch ein Lockdown eingrooven: Zumindest am ersten Tag von Lockdown II gab es Staus, in Wien waren die U-Bahnen keine Geisterzüge.

Bild links: © Gilbert Novy

Bild rechts: © Gerhard Deutsch

Die Straßen

Die Wiener Mariahilfer Straße – nicht ganz ausgestorben.

Was jedenfalls gespenstisch ist: Waffengeschäfte dürfen im Lockdown II offen halten. Sind sie für das tägliche Leben wirklich wichtiger als Blumenläden? Oder als die Kultur?

Wie dem auch sei: Am Dienstag, dem 17. November war zumindest gefühlt mehr los als im Frühling.

Damals konnte einem  unheimlich werden ob der Leere im ersten Lockdown. In Öffis und auf den Straßen.  Analysen der Bewegungsdaten wiesen im März und April etwa bei den Öffis einen Rückgang von bis über 70 Prozent aus.

Noch keine Zahlen

Tag 1 vom „harten“ Lockdown II: Auch wenn draußen gefühlt weniger los war als sonst –  menschenleer waren die Straßen am Dienstag  nicht.  Zahlen, die das  untermauern könnten, gibt es aber noch nicht.

Bild links: © KURIER/Jeff Mangione

Bild rechts: © KURIER/Jeff Mangione

Gesperrte Parks

Im ersten Lockdown waren die Bundesgärten - trotz Unmuts aus der Bevölkerung gesperrt. Nun sind sie offen.

Was es  gibt, sind  von Google veröffentlichte Bewegungsdaten zum „leichten“ Lockdown ab 2. November. Demnach beträgt das Minus bei Arbeitsstätten mit Stand 8. 11. bis zu 32 Prozent. Im März lag der Rückgang  bei minus 45 Prozent.

Was war im März und April anders? Damals hallten  die Worte von Bundeskanzler Kurz „Bald wird jeder von uns jemanden kennen, der an Corona gestorben ist“ nach. Und sie verfehlten ihre Wirkung nicht: Laut einer Gallup-Umfrage vom März fürchteten sich 64 Prozent vor einer Ansteckung. Vieles wusste man noch nicht. Auch die Aussicht auf – empfindliche, später wegen Gesetzeswidrigkeit aufgehobene – Strafen tat ihr Übriges. Noch dazu hielt man sich wohl  wegen der Hoffnung auf einen unbeschwerten Sommer zurück.

Bild links: © Kurier/Gerhard Deutsch

Bild rechts: © Kurier/Gerhard Deutsch

Das Schloss

Interessanterweise war im Frühling mehr los vor Schönbrunn als im November. Vielleicht liegt es aber auch am Wetter.

Die Angst vor einer Ansteckung ist zwar immer noch groß. Aber wie der ORF eine Studie der Uni Wien zitiert: Es  dürfte sich eine Pandemiemüdigkeit breitmachen. Und damit gehe das Interesse an dem Verlauf der Krankheit  zurück.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.