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Reportage
07/20/2022

Hunde-Dialog im Park – oder: Frau Wohlgemut liest das „sicher nicht“

Im Schubertpark in Währing soll mit Information und Gesprächen der alte Konflikt um Hundstrümmerl gelöst werden.

von Julia Schrenk

Die Frau mit Hund stellt sich vor: „Mein Name ist Wohlgemut und so bin ich auch.“ Nur, dass das im Fall von Frau Wohlgemut Mittwochnachmittag im Währinger Schubertpark nicht ganz so gewirkt hat.

Denn Frau Wohlgemut ging mit Arnold (9), ihrem West Highland White Terrier (so einer wie in der Cesar-Hundefutterwerbung) auf die Wiese im Park.

Und das darf Arnold nicht.

Das Betretungsverbot für Hunde auf den Grünflächen in den Parks ist in der Wiener Grünanlagenverordnung geregelt. Aber weil die kaum jemand kennt, hat die Währinger Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne) gestern, Mittwoch, am Nachmittag ihren sogenannten Hunde-Dialog wiederholt.

Zum Hunde-Dialog schickt Nossek das Fair-Play-Team zum besseren Zusammenleben im Bezirk, eine Hundetrainerin und die Grätzelpolizei in den Schubertpark. Denn dort hat die Hundstrümmerl-Problematik während der Pandemie – wie berichtet – wieder zugenommen.

Nossek sah eine Wiederholung der erfolgreichen Aktion aus 2019 unausweichlich.

Also stand sie Mittwochnachmittag gemeinsam mit ihrer Büroleiterin, dem Fair-Play-Team und der Hundetrainerin im Park, um Hundehalterinnen und Hundehalter darauf aufmerksam zu machen, dass die Hunde nicht auf die Wiese dürfen. Man teilte Info-Zettel aus.

Und das kam nicht unbedingt ganz gut an. Zumindest nicht bei Frau Wohlgemut.

Widerstand

„Ich les’ das sicher nicht“, sagt Frau Wohlgemut, die „immer alle Regeln“ ernst nehme. Aber dass sie mit ihrem Hund auf die Wiese im Park geht, das lasse sie sich „sicher nicht nehmen“.

Der „Arni“ sei so kinderlieb, sie habe sogar schon einmal eine Urkunde vom Kindergarten bekommen, weil er so lieb ist.

Und überhaupt, wenn im Park irgendjemand zurechtgewiesen werden sollte, dann sicher nicht die Menschen mit Hund, sondern „die Fratzen“.

„Die Fratzen dürfen alles“, sagt Frau Wohlgemut. Dabei würden die Kinder nicht einmal ihren Müll wegräumen und sogar auf der Friedhofsmauer herumklettern.

Abgesehen von Frau Wohlgemut hatten Bezirksvorsteherin Silva Nossek und das Fair-Play-Team am Mittwochnachmittag nicht allzu viele Konflikte zu lösen.

35 Grad und eine seit Wochen völlig verdörrte Wiese haben die Währingerinnen und Währinger offensichtlich eher ins Bad als in den Park getrieben. Die nächste Chance zum Streiten gibt es am Mittwoch, den 24. August.

Da findet im Schubertpark der letzte Hunde-Dialog dieses Sommers statt.

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