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Chronik Wien
04/13/2019

Wien: Viel Gebell um „Pinkel-Verbot“ für Hunde

Währings Bezirkschefin ortet Problem mit Hunde-Urin / Im Park ist man um Rücksicht bemüht

von Julia Schrenk

Vorbildlich führt Sabine (33) ihren Weimaraner-Rüden Tio angeleint den asphaltierten Weg im Schubert-Park in Wien-Währing entlang. Dabei sei das für ihn eigentlich gar nicht so cool, denn Tio sei ein „Naturbursche“. „Er liebt es, sich in der Wiese zu wuzzeln“, erzählt Sabine. Und manchmal, nach dem Wuzzeln, mache Tio eben auch sein Geschäft in die Wiese. Das große und das kleine.

Ersteres räume sie „natürlich“ immer weg, letzteres (und nicht nur das von Tio) hat nun kürzlich Währings Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne) zur Forderung bewogen, dass die Hunde nicht weiter auf die Wiesen in Parks pinkeln sollen. Nossek hat dazu eigens einen „Hunde-Dialog“ veranstaltet – mit Grätzel-Polizei, Waste Watchern (die für die Einhaltung des Gackerl-Sackerls zuständig sind, Anm.) und Bezirksräten.

Beschwerden

Denn im Schubert-Park an der Währinger Straße habe sich das Hundeurin-Problem zu einem riesigen „hygienischen“ Problem ausgewachsen: Die Hunde würden in die Liegewiesen urinieren, der im Herbst verlegte Rollrasen bei den neuen Balancegeräten für Kinder sei mittlerweile vom Urin zerfressen.

„Immer wieder gab es Beschwerden von Eltern, aus den Kindergärten und Schulen, dass die Wiesen verunreinigt sind“, sagt Nossek. Dabei dürfen Hunde die Wiesen eigentlich gar nicht betreten, geschweige denn dorthin urinieren. Das verbietet die sogenannte Wiener Grünanlagenverordnung. „Viele Hundehalter wissen das aber nicht“, sagt Nossek.

Das zeigt sich auch beim Lokalaugenschein im Park. „Auf dem Eingangsschild steht nur Hundezone/Hundeverbot beachten“, sagt Hundehalterin Christina (29). Sie ist mir ihrem Mischling Aron in der Hundezone.

Dass Aron sich von der Wiese fernhalten soll, ist ihr neu: „Aron ist trainiert darauf, im Grünen zu pinkeln“, erzählt die 29-Jährige. Das habe sie ihm extra so angelernt, damit er nicht mehr auf Hausfassaden oder Autos markiere. „Da verstehe ich es voll, wenn das andere nervt.“

In puncto Wiese sieht sie das anders: „Man nimmt ja eh meistens eine Picknickdecke, bevor man sich ins Gras legt.“

Hundebesitzerin Maria Bauer ist ob der Pinkel-Debatte gerade zu außer sich: „Ich bin superheiß auf die Nossek. Sie ist indiskutabel“, ärgert sie sich. „Hunde brauchen Grünzonen.“ Dass Hundstrümmerl weggeräumt gehören, stehe außer Frage, aber man könne Hunden das Pinkeln nicht verbieten.

Ein Pädagoge, der mit den Kindern einer nahegelegenen Schule in den Park gekommen ist, sieht das anders. „Wenn die Kinder in der Wiese spielen und das dritte in Folge in ein Hundstrümmerl steigt oder in der Wiese hinfällt, interessiert mich das irgendwann auch nicht mehr“, sagt er.

Nur Lena, die ihre Tochter im Kinderwagen schiebt, kostet die Diskussion maximal einen Lacher: „Ich bin da tiefenentspannt“, sagt sie.

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