Hitze-Forderungen: Gratis-Bad, Gratis-Öffis und keine Fiaker-Fahrten
Hitzewarnung Burgenland: Warnstufe Rot wegen 40 Grad – Tipps, Maßnahmen und erhöhte Waldbrandgefahr.
Greenpeace fordert angesichts der für das Wochenende erwarteten Extremtemperaturen „von Bund und Ländern ein schnelles Hitze-Notfallpaket“ mit sechs Sofortmaßnahmen.
Dazu zählen Gratis-Zugang zu öffentlichen Bädern ab 35 Grad und die kostenlose Benützung öffentlicher Verkehrsmittel. Der WWF urgiert ein Sonderbudget von einer Milliarde Euro für Städte und Gemeinden, um stark versiegelte Orte beim Umbau zu unterstützen.
Die Stadt Wien hielt den Greenpeace-Forderungen entgegen: „Wien hat viele kostenlose und konsumfreie Zugänge zu Wasserflächen“, hieß es gegenüber der APA unter Verweis auf zum Beispiel Donauinsel, Alte Donau und Badeteiche. Die Wiener Bäder hätten „eine ausgesprochen sozial orientierte Tarifgestaltung“ mit Ermäßigungen für sozial Bedürftige und vulnerable Gruppen wie Sozialhilfe-Bezieher und Inhaber eines Mobilpasses.
Ermäßigungen gibt es auch für Studierende, und Kinder bis sechs Jahre baden an allen Standorten gratis. Für Jugendliche bis 14 Jahre ist der Zutritt zu den Familienbädern unentgeltlich, und für deren Begleitpersonen gelten ebenfalls reduzierte Eintrittspreise (4,60 Euro).
Hitzefrei an Schulen und Restaurants verpflichten
Die angeregten Notfallmaßnahmen von Greenpeace umfassen außerdem folgende Vorschläge: Mehr gekühlte Orte ohne Konsumzwang in Städten, die innerhalb von 15 Minuten erreichbar sind - dafür müssten etwa „öffentliche Gebäude auch am Wochenende geöffnet werden“.
Vorgeschlagen werden mehr mobile Brunnen im öffentlichen Raum, und „spätestens ab 35 Grad“ sollten Restaurants und Cafés „verpflichtet werden, kostenloses Trinkwasser zur Verfügung zu stellen“.
Schulen sollen „an kühleren Orten unterrichten“ oder „hitzefrei“ geben können. Gefördert werden müsse der Hitzeschutz in Mietwohnungen: Der Einbau von Außenjalousien dürfe nicht länger von Vermietern und anderen Hausparteien blockiert werden können. Die mietrechtlichen Hürden für den Einbau von Wärmepumpen mit aktiver Kühlung sollen gesenkt werden.
Mittelfristig müsse insbesondere der ausständige nationale Renaturierungsplan finanziert werden, hieß es vom WWF.
Tierschützer wollen Stopp von Fiaker-Fahrten
Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) appelliert an die Wiener Fiakerunternehmen, am Wochenende bei den angekündigten Extremtemperaturen gar nicht erst auszufahren. Andernfalls drohe den Pferden eine bis zu „einstündige Heimfahrt bei über 35 Grad durch den dichten Stadtverkehr“.
Der VGT forderte weiter „eine echte Hitzefrei-Regelung ab 30 Grad“ und Schatten an allen Standplätzen. Die Petition dafür habe 65.000 Unterschriften.
Die geltende 35-Grad-Regelung sei „zahnlos“. Gemessen werde nicht an den Standplätzen, sondern im Schatten. Noch vor dem Wirksamwerden der Hitzefrei-Regel würden so „vor Ort Temperaturen um die 38 Grad“ erreicht, „der Boden heizt sich auf um die 50 Grad auf“.
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