Hitze: Wiener Neos wollen Vorverlegung der Sommerferien
Die Nachricht, die mehrere Eltern einer Wiener Ganztagsvolksschule in Währing gestern erhalten haben, bildet die derzeitige Situation an den Schulen gut ab: "Aufgrund der derzeit anhaltenden Hitze in Klassenräumen (teilweise über 30 Grad) und im Sinne unserer Fürsorgepflicht, (...) wird der Unterricht ab Donnerstag verkürzt."
Das ist insbesondere in der Bundeshauptstadt kein Einzelfall. „Schüler und Lehrer verglühen bei 40 Grad in den Klassenzimmern“, ärgert sich auch die die fcg (Fraktion Christlicher Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter). Thomas Krebs von der fcg berichtet unter anderem von einer Lehrerin, die Handtücher von zu Hause mitnimmt, um den SchülerInnen die Möglichkeit zu geben, sich den Schweiß abzuwischen. Kreislaufprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten stünden an der Tagesordnung, so Krebs.
In Österreich gibt es für Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal kein gesetzliches „Hitzefrei“ ab einer bestimmten Temperatur, erklärt man im Bildungsministerium auf KURIER-Anfrage. Der Grund: Betreuungspflichten sind während der Schulzeit aufrechtzuerhalten.
Schulen müssen daher zunächst gelindere Maßnahmen setzen, "um den Unterricht trotz Hitze möglichst sicher und zumutbar fortzuführen". Als Maßnahmen werden etwa "das Verlegen des Unterrichts in kühlere Räume oder ins Freie, der Verzicht auf körperlich belastende Aktivitäten , angepasste Pausenregelungen, ausreichende Trinkmöglichkeiten, sowie nach Möglichkeit Nachtlüftung" angeführt.
Eine "Provokation" nennt Krebs diese Vorschläge. "Da wäre es besser, es wäre gar nichts ausgeschickt worden." Mehr Wasser zu trinken sei keine adäquate Antwort auf die aktuellen Probleme, denn "es geht ums blanke Überleben".
Vorstoß der Neos
Wiens Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) will nun über eine Vorverlegung der Sommerferien diskutieren. "Angesichts der spürbaren Zunahme von Hitzetagen müssen wir offen diskutieren, ob auch andere Lösungsansätze hilfreich wären, zusätzlich zu den baulichen Maßnahmen, die wir bereits umsetzen", sagt sie zum KURIER. "Während die Hitzebelastung im Juni massiv zunimmt, werden die Tage ab Mitte August bereits kürzer und die Nächte kühler, was eine effektivere Kühlung der Räume ermöglicht."
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