Glut statt Sommer: 40 Grad am Wochenende erwartet
Selbst Meteorologen staunen ob der derzeitigen Wetterlage, die weite Teile Europas und damit auch Österreich im Griff hat: „Die Ausdehnung und die Länge der Hitzewelle ist für Juni unglaublich“, konstatiert Michele Salmi vom Wetterdienst Ubimet.
Die festgefahrene Omega-Lage
Mittlerweile ist Österreich bei Tag 6 der Hitzewelle angekommen, als Beginn zählt der Freitag vergangener Woche. Verantwortlich sind zwei aufeinander folgende sogenannte Omega-Lagen, damit werden festgefahrene Wettersituationen beschrieben. Bis zum vergangenen Wochenende war es Hoch „Gorgias“, aktuell ist es Hoch „Hartmut“, das die Tageshöchstwerte auf 30 bis 36 Grad treibt.
Doch es geht immer noch mehr, viel mehr: Am kommenden Wochenende, vermutlich bereits am Samstag, dürfte im Osten Österreichs die 40-Grad-Marke geknackt werden - und das im Juni. "Aus jetziger Sicht sind die 40 Grad verbreitet in Wien und Niederösterreich möglich", beschreibt Meteorologe Salmi.
So heiß war es noch nie
Die Modelle zeigen sogar Spitzen bis 41 Grad. Solche Werte gab es seit Beginn der mehr als 250-jährigen Aufzeichnungen in Österreich noch nie. Der bisherige Temperaturrekord für Juni liegt bei 38,6 Grad, registriert 2013 in Waidhofen an der Ybbs (Niederösterreich). Der höchste je im Land gemessene Wert beträgt 40,5 Grad, gemessen am 8. August 2013 in Bad Deutsch-Altenburg (Niederösterreich).
Schon ab der Wochenmitte steigen die Tageshöchstwerte weiter an:
- Donnerstag - erwartet werden 30 bis 36 Grad.
- Freitag - 32 bis 38 Grad.
- Samstag und Sonntag - 38 bis 40 Grad, punktuell bis zu 41 Grad, wobei der Hotspot eindeutig im Osten Österreichs liegen wird.
Höchste Warnstufe
Die Geosphere Austria ruft zudem für das kommende Wochenende die höchste Wetter-Warnstufe für den Nordosten Österreichs sowie Linz, Wels, Graz, Klagenfurt und Villach aus. Die Gebiete wurden auf der Warnkarte auf Rot gestellt, "extreme Hitzebelastung".
Wann wird es wieder kühler?
Ab Montag nähert sich eine Kaltfront, die die Hitzewelle unterbrechen dürfte. Sie kommt von Westen, bis nach Salzburg soll zum Beginn der neuen Woche „deutliche Abkühlung“ spürbar sein, betont Salmi.
Der Osten muss noch warten, hier bleibt es bis Dienstag bei an die 35 Grad. Allerdings sind Hitzegewitter nicht auszuschließen. Erst danach soll es durch eine kühlere Front gemäßigtere Temperaturen geben.
Das macht dann auch die Nächte wieder erträglich, während der anhaltenden Hitzewelle kommt es zu Tropennächten. Die Temperaturen fallen nicht unter 20 Grad.
Auch der Juli wird heiß
Für den Juli zeigen die langfristigen Wettermodelle ebenfalls „trockene und heiße Verhältnisse“, betont Meteorologe Salmi.
Das Hitzetelefon 0800/880-800 ist aus ganz Österreich kostenlos erreichbar
(Montag bis Freitag von 6 bis 22 Uhr; Samstag von 8 bis 20 Uhr; Sonntag von 8 bis 18 Uhr)
Tipps gegen die Hitze:
- Genug trinken: zwei bis drei Liter pro Tag, bei körperlicher Belastung mehr.
- Sonnencreme verwenden
- Auf die Ernährung achten: Gedünstetes Gemüse, Getreidesalate aus Bulgur, Couscous oder Hirse, Tofu-Spieße oder Suppen sind ideal.
- Wohnung kühl halten: Wer ohne Klimaanlage in der Wohnung auskommen muss, sollte tagsüber die Fenster schließen und die Räume verdunkeln.
- Körper und Kleidung: Füße in kaltes Wasser halten, ein feuchtes Tuch in den Nacken legen. Bei der Kleidung sollte man auf Leinen, Baumwolle oder Seide setzen. Diese Stoffe sind atmungsaktiv, nehmen Feuchtigkeit auf und fördern die Luftzirkulation, was zu einer natürlichen Kühlung führt.
- Direkte Sonne meiden: Besonders zwischen 11 und 17 Uhr möglichst im Schatten bleiben und körperliche Aktivitäten auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen.
- Körperliche Anstrengung reduzieren: Sport und schwere körperliche Arbeit möglichst vermeiden oder auf kühlere Tageszeiten verschieben.
- Kopf schützen: Im Freien einen Hut, eine Kappe oder ein Tuch tragen.
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