Hitzewelle: Stadt Wien kontrolliert Fiaker verstärkt
Angesichts von Extremtemperaturen werden nicht nur die Auswirkungen auf den Menschen, sondern in Wien speziell auch auf Fiakerpferde heiß diskutiert.
Tierschutzorganisationen fordern wiederholt ein Einsatzverbot bei über 30 Grad. Die bisherige Regelung ab 35 Grad sei unzureichend, da die Temperaturmessung nicht an den Fiakerstandplätzen erfolge, sondern im Schatten.
Fiakerbetreiber halten dagegen, Pferde stünden nicht lange in der Sonne und würden mit hohen Temperaturen sehr gut und auch besser als der Mensch zurechtkommen.
Reagiert hat auf die Hitzewelle der kommenden Tage mit bis zu 40 Grad bereits die Spanische Hofreitschule: Die Morgenarbeiten am 4. und 5. August um 11.30 Uhr sind abgesagt. Gebuchte Tickets werden rückerstattet.
Risikobasierte Kontrollen bei Hitzewellen
Laut MA 60 (Veterinäramt und Tierschutz) sind in Wien 311 Fiakerpferde gemeldet. Kontrolliert werden die Tiere und ihre Gesundheit (z. B. Atemfrequenz, zu starkes Schwitzen oder Verletzungen) an den Standplätzen von Amtstierärztinnen und -ärzten.
Die Erfahrung zeigt, dass sich die Kutscher sehr genau an die Regelung halten und bei Erreichen der 35-Grad-Marke sofort die Heimfahrt antreten.
Veterinäramt und Tierschutz
Die Kontrollen finden auch risikobasiert statt, so auch während der Hitzewelle im Juni. Am historisch heißen Wochenende 26. bis 28. Juni sei täglich ein Amtstierarzt in der Stadt gewesen, in der folgenden Woche teilweise sogar zweimal täglich.
Gewissenhafte Einhaltung von Fahrverboten
Die Einhaltung der 35-Grad-Regelung bzw. das Fahrverbot wird von der MA 65 (Rechtliche Verkehrsangelegenheiten) und Polizei kontrolliert.
„Die Erfahrung zeigt, dass sich die Kutscher sehr genau an die Regelung halten und bei Erreichen der 35-Grad-Marke sofort die Heimfahrt antreten“, erklärt der Magistrat.
Wie es den Tieren bei Hitze geht, hat auch eine unabhängige Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmed) mit 58 Wiener Fiakerpferden untersucht. Kontrolliert wurden ein Jahr lang der Puls, die Atmung und der Kot der Pferde.
Das Ergebnis: Die Tiere haben eine gute Hitzetoleranz. Es sei kein „mit Hitzestress einhergehendes vermindertes Allgemeinverhalten“ beobachtet worden. Dass andere Grenzwerte eingeführt werden sollten, ergebe sich aus der Studie nicht.
Eine Studie im Auftrag der Stadt Wien, ebenfalls von der Vetmed, läuft noch bis Frühjahr 2027.
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