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Chronik Wien
02/19/2021

Geimpfter AKH-Chef: "Spitalsführung kann nicht ausfallen"

Direktor Wetzlinger erklärt, warum er geimpft wurde, und weist Vorwürfe zurück, dass es bei der Priorisierung des Personals zu Ungereimtheiten kommt.

von Josef Gebhard

Ausgerechnet in Österreichs größtem Spital, dem Wiener AKH, sorgen die Corona-Impfungen für Ärger. Zuletzt formierte sich Widerstand dagegen, dass das Personal nur mit dem Impfstoff von Astra Zeneca geimpft werden soll. Nun beschweren sich Mitarbeiter über Organisationschaos und Impf-Vordrängler.

"Ein Großteil des Personals ist noch immer nicht geimpft. In meiner Klinik sind in etwa 60 Kollegen betroffen", schildert ein Angestellter dem KURIER. Auf der anderen Seite seien Direktor Herwig Wetzlinger und sein Team schon geimpft, weil sie seltsamerweise in Kategorie I (besonders hohes Expositionsrisiko) eingestuft wurden.

Schutzmaske vor dem Wiener AKH

Andere Mitarbeiter hätten noch nicht einmal einen Impftermin. Manche hätten schon einen gehabt, dieser sei aber verschoben bzw. storniert worden. "Dies betrifft fast nur Gemeinde-Wien-Angestellte (u. a. Pflege, Anm.). Das MedUni-Personal (Ärzte, Anm.) an meiner Klinik wurde bereits gänzlich geimpft." Darunter auch Mitarbeiter ohne Personenkontakt, die tageweise im Homeoffice sind.

AKH-Chef Wetzlinger verweist auf eine Prüfung der Gesundheitsbehörde MA 15. Demnach würden bei den Impfungen die Vorgaben des Bundes eingehalten, es zeigten sich "keine Auffälligkeiten hinsichtlich der Priorisierung".

Führung

Wetzlinger betont, dass er, wie das gesamte AKH-Management, bereits geimpft wurde: "Es kann nicht ausfallen, weil es für die Führung des Betriebs erforderlich ist." Er selbst erledige seinen Job nicht – wie zuletzt behauptet – im Homeoffice. "Man kann kein Spital von zu Hause aus führen." Insofern habe er auch Kontakt mit täglich 50 bis 60 Menschen. "Zu Beginn herrschte große Impfskepsis. Da ging es auch um die Vorbildwirkung", ergänzt die ärztliche Direktorin Gabriela Kornek.

Dass MedUni-Personal vereinzelt früher drangekommen sei, habe damit zu tun, dass es für diese eigene Impfkoordinatoren gab, die mitunter früher mit den Anmeldungen starteten. Mittlerweile habe man das Vormerksystem zentralisiert. Mit dem Umstieg auf eine neue Software gebe es auch keine Terminvergabe-Probleme mehr.

Insgesamt erfolgten bis 12. Februar 7.320 Impfungen im AKH. Davon waren 2.809 die Zweitimpfung. 8.953 Mitarbeiter haben sich angemeldet.

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