Vienna Skyline At Sunset

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Chronik Wien
04/27/2021

Öffnet Wien in kleinen Schritten? Am Nachmittag gibt's die Entscheidung

Ludwig vor Entscheidung, ob harter Ost-Lockdown am 2. Mai in Wien endet. Weitere Lockerungsmaßnahmen könnten alle 14 Tage folgen

von Josef Gebhard

Ein Tag der Entscheidung steht heute, Dienstag, wieder einmal in Wien an: Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) trifft sich mit Medizinern, um sich ein Bild über das aktuelle Pandemie-Geschehen zu verschaffen. Danach wird er verkünden, ob der harte Ost-Lockdown in Wien tatsächlich (wie auch in Niederösterreich) am 2. Mai endet oder noch einmal verlängert werden muss.

Im Vorfeld gab man sich am Montag im Rathaus bedeckt. Man wolle nicht dem Gespräch mit den Experten vorgreifen, wurde unisono betont.

Knapp vier Wochen nach Beginn des harten Lockdowns in der Ostregion (ursprünglich hatte sich auch das Burgenland beteiligt) hat sich die Lage in den Wiener Spitälern deutlich verbessert. Beim Gesundheitsverbund spricht man von einem „spürbaren Abwärtstrend“ bei der Zahl der Covid-Patienten. Am Montag lagen 183 davon auf den Wiener Intensivstationen. In den vergangenen sieben Tagen ist die Zahl der Patienten um 32, also knapp 15 Prozent, zurückgegangen.

Ob das schon für Öffnungen reicht, ist ungewiss. Würde man doch erst mit weniger als 150 Intensivpatienten die Spitäler nachhaltig entlasten, heißt es in Rathaus-Kreisen. Zudem seien auch andere Parameter der medizinischen Versorgung bei so einem Schritt zu berücksichtigen.

Vorsichtiger Ludwig

Unwahrscheinlich ist jedenfalls, dass Wien alle die von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) für 19. Mai angekündigten Öffnungsschritte in Gastronomie, Sport, Kultur und Tourismus umsetzen wird. Schon am Freitag hatte Ludwig deutlich seine Bedenken geäußert, auch zahlreiche Experten sind skeptisch.

„Es war schon in den vergangenen Monaten der Kardinalfehler, dass man mehrere Bereiche gleichzeitig geöffnet hat“, heißt es in Rathaus-Kreisen. „So konnte man nicht feststellen, welche Maßnahme welche Wirkung hat.“ Wien könnte stattdessen einen anderen Weg gehen, und die Lockerungen schrittweise umsetzen. Konkret könnte alle zwei Wochen eine Maßnahme erfolgen, wobei die Reihenfolge noch offen ist. Der erste Schritt wäre demnach bereits mit den Schulöffnungen am gestrigen Montag erfolgt, argumentiert man im Umfeld der Stadtregierung. Der zweite würden dann logischerweise nicht schon am 2. Mai, sondern erst eine Woche darauf auf dem Plan stehen.

Bleibt das Problem der Abstimmung mit Niederösterreich: Denn was nützt eine harte Vorgehensweise in Wien, wenn dann die Bevölkerung in das benachbarte Bundesland ausweicht, um dort Lokale zu besuchen oder zum Friseur zu gehen? Dementsprechend verstimmt war man in Wien, als zuletzt NÖ angekündigt hatte, den harten Lockdown auf alle Fälle am 2. Mai zu beenden – egal ob Wien mitzieht oder nicht.

Um ein koordiniertes Vorgehen der Bundesländer zu ermöglichen, sieht man in Wien aber vor allem den Bund in der Pflicht, schließlich sei er es, der mit Verordnungen den nötigen rechtlichen Rahmen schaffe.

 

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