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Chronik Wien
04/22/2021

Blaue schießen sich auf Wiener Lockdown ein

Ludwig sei der "Totengräber der Wirtschaft". Regierungsparteien verwiesen auf Situation in den Spitälern

Der Wiener Gemeinderat hat am Donnerstag auf Antrag der FPÖ im Rahmen einer Sondersitzung die aktuellen Corona-Maßnahmen diskutiert. Die Freiheitlichen übten dabei vor allem Kritik an Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und den von ihm verhängten "Brutalo-Lockdown". Man rette keine Menschenleben, wenn man Wien "einfach zusperre", befand FP-Chef Dominik Nepp. Das brachte den Blauen unter anderem den Vorwurfe ein, "alternative Fakten" zu verbreiten.

Der Dauerlockdown sei eine Katastrophe für die Stadt, konstatierte Nepp. Er sei von Ludwig zur "niedlich netten Osterruhe" stilisiert worden. Tatsächlich sei der Bürgermeister aber der "Totengräber der Wiener Wirtschaft". Ludwig sei als großer "Schanigartenmacher" aufgetreten, nachdem er ins Bundeskanzleramt gepilgert sei, sei er als Lockdown-Fanatiker zurückgekommen.

Neos-Mandatar Markus Ornig merkte an, dass er Corona-Kritik am Bund durchaus unterstütze, man könne jedoch nicht so tun, als ob der Bürgermeister der Corona-Totengräber sei. "Ich bin auch kein Fan von Lockdowns, aber sie sind nötig. Die Triage ist nicht erfunden, die ist Fakt." Der Bürgermeister sei mit den Maßnahmen nicht "lustig", er nehme Verantwortung wahr - etwas was die FPÖ nicht kenne.

Ornig verwies auf die Demo-Teilnahmen des blauen Parlaments-Klubobmanns Herbert Kickl: "Der Herr Kickl hält dort reden, dass du glaubst du spinnst." Menschen würden von der FPÖ ständig belogen, Kickl erfinde etwa fragwürdige Nebenwirkungen einer Impfung, "die uns wirklich schnell aus Lockdowns bringen würde". Ornig appellierte an die FPÖ-Fraktion: "Hören sie auf, alternative Fakten zu verbreiten."

"Frechheit"

Die nicht amtsführende Stadträtin Judith Pühringer (Grüne) nahm ebenfalls die umstrittenen Kundgebungen ins Visier - bei denen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger sogar aufgefordert werden müssten, daheimzubleiben, wie sie berichtete. Die FPÖ setze auf die Angst der Menschen: "Das ist eine Frechheit." Nun sei nicht Zeit für Angst und Spaltung. Vielmehr müssten nun die Auswirkungen der Krise bekämpft werden.

Für die ÖVP lobte Gemeinderätin Margarete Kriz-Zwittkovits die Hilfen des Bundes. Österreich, so hob sie hervor, sei bei den Unterstützungsmaßnahmen innerhalb der EU "ganz vorne mit dabei". Laut Studien handle es sich um die höchsten Hilfen pro Kopf, die für die Pandemiebekämpfung ausgegeben würden. "Auch Wien profitiert von den Hilfspaketen", sagte die türkise Rathaus-Politikerin.

SPÖ-Gemeinderat Kurt Stürzenbecher kritisierte, dass die FPÖ "de facto so tut", als würde es die Coronapandemie nicht geben. Dabei sei es wahrscheinlich eine Tatsache, dass es sich um die "schlimmste Pandemie vielleicht seit überhaupt" handle. "Es ist ein weltweites Problem" Millionen Tote seien bereits zu beklagen, davon allein in Österreich 9.800. "Auf Basis dieser Tatsache müssen wir an die Probleme herangehen. Das ist der Unterschied zwischen Verantwortungsbewusstsein und Verantwortungslosigkeit."

 

 

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