Die Wiener Citybikes gehen wieder in Betrieb

Die Wiener Citybikes gehen wieder in Betrieb
Neustart bis Mittwoch. Wiener Linien beauftragen für den vorläufigen Betrieb erst recht wieder die Gewista.

Etwas früher als erwartet gehen die Wiener Citybikes wieder in Betrieb. Nach der teilweisen Sperre des Verleihrad-Systems Mitte Juli sollen ab spätestens Mittwoch wieder alle 121 Stationen voll zugänglich und nutzbar sein. Das gaben am Montag Bürgermeister Michael Ludwig und die zuständige Stadträtin Ulli Sima (beide SPÖ) bekannt.

Wie berichtet kam es zu der Sperre, weil sich die Stadt mit dem Betreiber Gewista nicht über die Finanzierung des Citybike-Betriebs einigen konnte. Die Gewista sah sich nicht mehr in der Lage, den Betrieb der rund 60 Innenstadt-Standorte ohne Zuschüsse von der Stadt aufrecht zu erhalten.

Konkret wurden 1,1 Millionen Euro im Jahr gefordert. (Die etwa 60 Stationen außerhalb des Gürtels liefen weiter, weil hier die Stadt von Anfang an die Finanzierung übernommen hatte.)

Verhandlungen mit der grünen Verkehrsstadträtin Birgit Hebein scheiterten jedoch. Nach einem Polit-Geplänkel mit Hebein verkündete Ludwig schließlich, dass künftig die Wiener Linien den Betrieb übernehmen werden.

Das Kuriose dabei: Wie am Montag bekannt wurde, beauftragen die Verkehrsbetriebe vorläufig erst recht wieder die Gewista mit dem Betrieb. Hebein hatte dem Unternehmen den finanziellen Zuschuss nicht zuletzt mit dem Hinweis verweigert, dass man Privaten nicht einfach ohne rechtliche Basis Geld zuschieben könne.

Übergangslösung

Nun gibt es doch die gewünschte Finanzierungsbeteiligung - und zwar über einen „rechtskonformen Weg“, wie Stadträtin Sima vor Journalisten erklärte. Insgesamt fließen nun pro Jahr 1,8 Millionen Euro an die Gewista - wobei sich die Ressortchefin heute zuversichtlich gab, noch Sponsoren auftreiben zu können, die einen Teil der Summe übernehmen.

Man habe schnell alle Leihräder wieder nutzbar machen wollen, betonte Sima. Die Wiener Linien hätten in den vergangenen Wochen Gespräche mit der Gewista geführt und sich auf diese Übergangslösung geeinigt.

„Wir hätten in dieser kurzen Zeit keinen anderen Betreiber bekommen“, erklärte sie die weitere Zusammenarbeit mit dem bisherigen Partner. Denn für den Betrieb brauche es viel Know-how bei der Auslieferungslogistik oder der Wartung von Fahrzeugen und Entlehnterminals. Hätte man also jetzt schon ausgeschrieben, wäre ein Vollbetrieb frühestens in einigen Monaten möglich gewesen.

Europaweite Ausschreibung

Ab 2022 werden die Wiener Linien ein stadtweites Leihradsystem starten und das bestehende Netz in den Außenbezirken ausbauen. „Erstmals wird es Stationen in Floridsdorf und in der Donaustadt geben“, kündigt Ludwig an. Der Auftrag für den Betrieb des modernisierten Systems wird von den Wiener Linien im kommenden Jahr europaweit ausgeschrieben.  

Das Wiener Citybike-System in seiner jetzigen Form besteht seit dem Jahr 2003 und hat rund 500.000 registrierte Nutzer. Seit Einführung wurden rund zehn Millionen Fahrten absolviert.

Aus Kundensicht ändert sich mit der Wiederinbetriebnahme des gesamten Netzes nichts. Der Verleih der Räder funktioniert wie gewohnt, auch die Preise und Nutzungsbedingungen bleiben unverändert.

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