CORONAVIRUS: ABFLUG BUNDESHEER MIT C-130 NACH FRANKREICH

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Chronik Wien
01/31/2020

Coronavirus-Rückholaktion: Österreicher sollen am Wochenende in Europa sein

Jene sieben Österreicher, die sich in der chinesischen Provinz Hubei aufhielten, sollen voraussichtlich Sonntagmittag in Frankreich landen.

Die sieben Österreicher, die sich in der Provinz Hubei aufhielten, sollen am Wochenende in ihre Heimat zurückkehren, bestätigt der Sprecher des Außenministeriums.

Der Plan ist demnach, dass sie in der Nacht auf Sonntag nach Frankreich ausgeflogen werden. Das Bundesheer schickt dann von Linz aus eine C130 nach Frankreich, die die Staatsbürger abholen soll.

„Ein Botschaftsmitarbeiter ist nach Wuhan gereist, um die Österreicher zu betreuen“, sagt Peter Guschelbauer vom Außenministerium. Dieser werde die Österreicher auch auf dem Flug nach Frankreich betreuen.

Voraussetzung für die Rückkehr ist allerdings, dass die Reisenden gesund sind: „Es gibt vor dem Flugantritt in Wuhan einen Gesundheitscheck. Nach unseren Erkenntnissen sind derzeit aber alle wohlauf“, sagte der Außenamtssprecher.

Air travellers, some wearing masks, walk at Ivalo Airport

Er betonte, dass dies der Plan sei und auch noch die Details ausgearbeitet werden müssten - am Freitagnachmittag fand eine Besprechung mit dem Bundesheer statt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Rückholung so umgesetzt werde, liege bei etwa 90 Prozent.

"Der derzeitige Stand ist, dass die Maschine aus China Sonntagmittag oder -nachmittag in Frankreich landen wird", sagt Oberst Bernhard Obmann vom österreichischen Bundesheer. Das hänge aber davon ab, wann die Maschine aus China rauskomme.

Die Außenministerien von Frankreich und Österreich würden sich regelmäßig abstimmen - sobald man Neuigkeiten habe, werde man dann in Linz starten. "Wir reagieren, denn das ist wie eine Kette die ineinander greifen muss", sagt Obmann.

Wo die Österreicher dann in ihrer Heimat landen, sei noch nicht klar. Klar ist, dass ab der Landung die österreichischen Gesundheitsbehörden für die Passagiere zuständig sind.

Rückholaktionen

Rund einen Monat nach Bekanntwerden der ersten Infektionen mit dem Coronavirus in China ist Zahl der Toten dort auf 213 gestiegen. Knapp 9.700 Menschen haben sich nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Peking mit dem neuartigen Virus angesteckt, das eine Lungenkrankheit auslösen kann. Unterdessen holen immer mehr Länder ihre Bürger aus der hauptbetroffenen Provinz Hubei.

Quarantine staff monitor a thermal scanner at Dominique Edward Osok Airport in West Papua

Am Freitag ließ die britische Regierung 83 Briten und 27 Nicht-Briten aus Wuhan ausfliegen. Dem deutschen Außenminister Heiko Maas zufolge sollte am Freitag eine Bundeswehrmaschine starten, um über 100 Deutsche zu holen.

Botschafter ist zuversichtlich

Der chinesische Botschafter in Wien, Wand Qun, zeigt sich indes zuversichtlich, dass China die Epidemie in der Griff bekomme. Immerhin habe man das neue Virus nach kaum mehr als einer Woche identifiziert, in der selben Zeit zwei große Krankenhäuser dafür errichtet und in Betrieb genommen, und eine Elf-Millionen-Einwohner-Stadt unter Quarantäne gestellt, so der chinesische Botschafter.

Währenddessen hat sich auch der siebente Verdachtsfall in Wien am Freitag als normale Grippe herausgestellt. Derzeit gibt es nur in Salzburg einen weiteren - nicht bestätigten - Verdachtsfall.

Eine Salzburgerin kehrte mit ihrem Mann von einer China-Reise im Jänner aus Peking zurück. Die Frau klagte über Kreislaufprobleme und Durchfall und suchte gestern das Uniklinikum Salzburg auf. Dort werden sie und sicherheitshalber auch ihr Mann in der Isolierstation betreut.