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Chronik Wien
07/10/2020

Bauprogramm für Wiens Spitäler bleibt ein Mysterium

Detailplanung für das 2,7 Milliarden Euro schwere Sanierungsprogramm liegt immer noch nicht vor. Kritik an Info-Politik.

von Josef Gebhard

Die jüngste Entspannung bei der Coronavirus-Pandemie verschafft den Wiener Gemeindespitälern zumindest eine vorübergehende Verschnaufpause. Das lenkt jedoch den Fokus wieder etwas mehr auf die zahlreichen Baustellen, die im Wiener Gesundheitsverbund (WiGev, vormals Krankenanstaltenverbund) nach wie vor bestehen.

Wobei „Baustellen“ durchaus wörtlich zu verstehen ist. Steht doch, wie berichtet, die umfassende Sanierung der einzelnen Spitäler an, die zum Teil in einem schon sehr heruntergekommenen Zustand sind. Das gilt vor allem für die Kliniken Ottakring und Hietzing, wo einzelne Gebäude abgerissen und komplett neu errichtet werden sollen. Insgesamt will die Stadt Wien, wie berichtet, 2,7 Milliarden Euro in das Großprojekt investieren (siehe Grafik). Doch wie so oft bei Spitalsprojekten in Wien erfolgt die Umsetzung eher schleppend.

 

Rückblende: Bereits im September wurde ein erstes Grobkonzept mit einem Kosten- und Zeitrahmen den Führungsteams der einzelnen Häuser präsentiert. Welche konkreten Bauschritte erfolgen sollen, war damals aber noch unklar. Man befinde sich noch in der Feinabstimmung, hieß es seinerzeit seitens des WiGev.

Keine Infos für den Gemeinderat

Daran hat sich bis heute, knapp ein Jahr später, nichts geändert: "Obwohl zugesichert wurde, dass das neue Konzept den politischen Entscheidungsträgern vorgelegt wird, war dies bis jetzt nicht der Fall", ärgert sich ÖVP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec. Für sie ein weiterer Beweis dafür, wie intransparent auch die künftigen Reformen im WiGev sind.

Im Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) will man auf diese Kritik nicht weiter eingehen und verweist darauf, dass die Feinabstimmung des Konzepts eben noch nicht abgeschlossen sei. Der Sprecher kann keine Gründe dafür nennen, warum dies der Fall ist und wann das Konzept fertig sein wird.

Wie berichtet, hatte das erste Grobkonzept vor allem in der Klinik Landstraße (vormals Rudolfstiftung) für erhebliche Aufregung gesorgt. Hätte doch das Traditionsspital gleich eine Reihe von Abteilungen an andere Krankenhäuser verloren – etwa die Urologie, die HNO und die Gynäkologie.

 

Dem Vernehmen nach zeichnet sich jedoch eine Lösung ab, wonach einige betroffenen Abteilungen nun doch in der Klinik Landstraße bleiben können, was freilich wiederum Umplanungen an den anderen Standorten erfordert. Aber auch dies will der Hacker-Sprecher nicht kommentieren.

Konzept überholt?

Auf der Homepage des WiGev ist jedenfalls bereits vermerkt, dass der Abschluss des gesamten Prozesses bis 2040 dauern wird. Für VP-Gemeinderätin Korosec der Beweis dafür, dass das noch unter Hackers Vorvorgängerin Sonja Wehsely initiierte Spitalskonzept 2030 de facto überholt sei.

Der Hacker-Sprecher bestreitet das: "Auch wenn einzelne Projekte über 2030 hinausgehen, heißt das nicht, dass das Konzept hinfällig ist." Der Kern bleibe unverändert: Für jede der drei Wiener Versorgungsregionen sind jeweils zwei Spitäler vorgesehen, die eng aufeinander abgestimmt sind.

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