Chronik | Wien
18.08.2017

Barcelona-Urlauber: "Es kann jederzeit überall passieren"

Touristen am Flughafen Wien-Schwechat trotzen nach dem Anschlag in Barcelona dem Terror

Es war ein tränenreicher Abschied, Freitagfrüh auf dem Flughafen Wien-Schwechat. Zwar ist Elfriede Ullrich generell nah am Wasser gebaut, erzählt sie, aber an diesem Tag sei es doch etwas anderes. Ihre Tochter Elfi Julin und die Enkelkinder Manuel und Nico flogen nach einem kurzen Heimaturlaub bei der Oma im Burgenland zurück nach Barcelona, wo die Tochter vor 17 Jahren hingezogen ist. Emotional ist das für alle Beteiligten. Für die Oma, die ihre Liebsten ziehen lassen muss und für die Tochter mit ihren Söhnen, die zurück in ihre Stadt fliegt, die seit dem Terroranschlag Donnerstagabend im Ausnahmezustand ist. Nach dem Check-In ringt sie um Fassung. „Es berührt einen einfach, wenn es in der eigenen Stadt passiert“, sagt Elfi Julin und versucht Haltung zu bewahren. „Es kann jederzeit überall passieren. Und in Angst kann man eh nicht leben.“


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"Sicherster Ort der Welt"

Das sehen auch Zuzana und Martin aus Bratislava so, die Freitagfrüh für den Flug CA841 nach Barcelona eingecheckt haben. „Terroranschläge passieren jeden Tag irgendwo auf der Welt“, sagt Martin. Er nimmt den holprigen Start in den Urlaub pragmatisch. „ Barcelona ist jetzt sicher der sicherste Ort der Welt.“

Karim Abad, der am Freitag gemeinsam mit drei Freunden zu einem lange geplanten Städtetrip nach Barcelona aufgebrochen ist, sagt:. „Ich hab keine Angst. Man darf auch keine Angst haben.“

Sein FreundSheireef Ayodeji hat "schon ein mulmiges Gefühl, aber das ist ja das, was die Terroristen wollen.“ Deshalb habe niemand in der Männerrunde ernsthaft dran gedacht, die Reise zu stornieren. „Die Mama macht sich schon ein bissl Sorgen“, sagt Sheireef. „Aber so sind Mamas halt. Man darf sich den Spaß nicht verderben lassen.“