Teuerungen, Prozesse und viele Feiern: Was in Wien 2026 zu erwarten ist

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In Wien sollte man im Jahr 2026 sein Augenmerk auf viele verschiedene Dinge richten: Vieles wird teuerer, wichtige Gerichtsprozesse stehen an, aber auch zu feiern gibt es einiges – etwa den ESC.

Ein ganzes neues Jahr liegt vor den Wienerinnen und Wienern – samt einigen Neuerungen, Feierlichkeiten und Baustellen.

Öffi-Baustellen

2026 wird für das Wiener Öffi-Netz wieder ein besonders intensives Baustellenjahr. Besonders die mehrmonatige Sperre der S-Bahn Stammstrecke wird sich bemerkbar machen: Zuerst werden von 4. Juli und 6. September keine Züge zwischen Praterstern und Floridsdorf verkehren, anschließend wird von 7. September bis Ende Oktober 2027 der Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und Praterstern gesperrt sein. Baustellen und Teilsperren wird es in den Sommermonaten aber auch auf den Linien U3, U4 und U6 geben. Und auch im Straßenbahnnetz ist mit Einschränkungen zu rechnen, die Details dazu hat der KURIER bereits berichtet.

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Der Eurovision Song Contest kommt 2026 nach Wien

Eurovision Song Contest

Erst war die Freude groß, dann folgte die weltpolitisch bedingte Ernüchterung: Der Eurovision Song Contest (ESC) wird nach dem Sieg von Johannes „JJ“ Pietsch im Mai in Wien stattfinden. Der 70. ESC wird dabei überschattet vom Nahost-Konflikt. Fünf Länder haben wegen der Teilnahme Israels ihre eigenen Performances abgesagt – trotzdem werden 35 Nationen dabei sein. Im ORF und in der Stadt Wien laufen die Vorbereitungen, um trotz der Nebengeräusche ein stimmungsvolles Event zu kreieren und dabei dem Motto gerecht zu werden: „United by Music in the Heart of Europe“.

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2026 wird einiges teurer - darunter auch das Parkpickerl

Wien wird teurer

2026 werden die Wiener (und alle, die in Wien arbeiten oder zu Gast sind) auch im Geldbörserl spüren: Denn in der Bundeshauptstadt greift das Sparpaket voll, das die enorme Verschuldung einbremsen soll. Zu den markantsten Teuerungsmaßnahmen gehören die Tariferhöhungen bei den Wiener Linien, die unter anderem das Ende der 365-Euro-Jahreskarte bringen: Diese Netzkarte kostet jetzt regulär 467 Euro (bei Einmalzahlung), der Einzelfahrschein kommt nun auf 3,20 Euro, während das einzelne Seniorenticket ersatzlos gestrichen wurde. Aber auch Parken wird teurer: Die erst 2025 angehobene Parkstunde kostet nun 3,40 (statt bisher 2,60) Euro, für das Parkpickerl sind 13 (statt bisher 10) Euro pro Monat fällig.

Zugleich steht allen in Wien Arbeitenden weniger Geld zur Verfügung – denn die Stadtregierung holt sich von den Bruttolöhnen nunmehr 0,75 (statt bisher 0,5) Prozent an Wohnbauförderbeitrag ab. Bei 2.000 Euro Bruttogehalt sind das 60 Euro weniger pro Jahr.

Saniert ist das Wiener Budget damit noch nicht, die Neu-Verschuldung soll lediglich um rund 600 Millionen auf 2,63 Milliarden Euro gedämpft werden (bei Gesamtschulden von mehr als 17 Milliarden).

WIEN: "LETZTE GENERATION" LEGTE FRÜHVERKEHR LAHM

Es stehen einige große Prozesse an. Unter anderem steht die "Letzte Generation" vor Gericht.

Mega-Prozesse

42 Angeklagte im „Klimakleber“-Prozess, 24 in der Causa Bandenkrieg, elf im Wienwert-Prozess – und etliche mehr, die von großem Medienrummel begleitet werden: das Wiener Straflandesgericht platzt in den ersten Monaten des neuen Jahres aus allen Nähten. Angeklagt sind in der Causa um Anlagebetrug neben Ex-Wienwert-Chef Stefan Gruze auch zwei (Ex-)Politiker: der frühere Wiener ÖVP-Chef Karl Mahrer und der Donaustädter Bezirkschef Ernst Nevrivy (SPÖ). In derselben Woche wie der Wienwert-Prozess startet auch der mit Spannung erwartete Spionage-Prozess gegen den ehemaligen Verfassungsschutz-Beamten Egisto Ott. Ihm wird u. a. vorgeworfen, den russischen Nachrichtendienst mit sensiblen Informationen versorgt zu haben. Am 10. März startet der nächste Mega-Prozess: 22 Jahre nach dem Eurofighter-Kauf verantworten sich ein Luftfahrtmanager und zwei Waffen-Lobbyisten wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen. Ab 23. März wird eine Woche durchverhandelt.

Schon am 8. Jänner startet der sogenannte Bandenkrieg-Prozess gegen jene Tschetschenen und Syrer, die sich eine blutige Schlägerei am Bahnhof Meidling geliefert haben – samt Verbindung zum verhinderten Swift-Terroristen Beran A. Noch nicht terminisiert ist der Prozess gegen die 42 Klimaaktivisten der „Letzten Generation“. Sie sollen dem Vernehmen nach ab März vor Gericht stehen.

Cafe Central

Heuer stehen einige Jubiläen auf dem Plan. So etwa der 110. Geburtstag vom Café Central

Jubiläen feiern

Gründe zum Feiern gibt es 2026 in Wien zuhauf. Die Albertina feiert ihr 250. Jubiläum und zeigt zu diesem Anlass eine der weltweit größten Sammlungen von Kunst auf Papier: Zeichnungen, Druckgrafiken und Aquarelle. 250 Jahre alt wird heuer auch das Burgtheater als Institution. Etwas jünger ist das Café Central, gefeiert wird das 150-jährige Jubiläum des bekannten Kaffeehauses. Im Frühling schließt das Café zwischenzeitlich seine Pforten, es wird saniert. Erst kürzlich generalüberholt wurde auch ein Ort, der ebenfalls 2026 ein Jubiläum feiert: der Naschmarkt. Schon 110 Jahre gibt es ihn am heutigen Standort. Ein vergleichsweise junges Jubiläum feiert die Wiener Regenbogenparade, sie wird heuer 30 Jahre alt.

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