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Chronik Wien
05/18/2021

Viel Glas und Grün für den neuen Wiener Busterminal

Betreiber, Investoren und Architektenteam für das Großprojekt stehen fest. Der Bau soll im Jahr 2025 fertiggestellt werden.

von Teresa Sturm, Josef Gebhard

Neben dem Flughafen Schwechat und dem Hauptbahnhof ist der Busterminal das dritte Standbein für den Wiener Fernreiseverkehr. Nun steht fest, wie der Neubau aussehen wird, der in den nächsten Jahren beim Stadion Center entsteht und den alten, heruntergekommenen Busbahnhof in Erdberg ablösen wird. Vor Kurzem ging der Architektenwettbewerb zu Ende, zudem wurden mittlerweile viele weitere Details fixiert. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wer baut den neuen Busterminal?

27 Architekten-Büros haben an dem Wettbewerb teilgenommen. Gewonnen hat der Entwurf der Burtscher-Durig ZT GmbH aus Wien. Das Büro zeichnet unter anderem auch für den Campus der Religionen verantwortlich, der in der Seestadt Aspern entsteht.

Wie wird der Terminal aussehen?

Das architektonische Herzstück ist eine markante Dachkonstruktion, die aus abwechselnd verglasten und begrünen Flächen besteht. Ein Weg über das Dach durch den dort angelegten Park verbindet das Stadion Center, das Donauufer und den nahe gelegenen Prater. Darunter verbergen sich die beiden Ebenen des Terminals: Im Erdgeschoß die Anfertigungszone, also Ticketverkauf, Gastronomie und Geschäfte, Wartebereiche und Schließfächer. Im Untergeschoß befinden sich die voraussichtlich bis zu 34 An- und Abfahrtsstationen der Busse.

Was hat es mit dem geplanten Hochhaus auf sich?

Am Ende der Engerthstraße entsteht ein 90 Meter hoher Bau, der Büros und ein Hotel beherbergen wird. Eine bauliche Besonderheit sind die zweigeschoßigen Gebäudeeinschnitte mit begrünten Wintergärten. Weiters wird es eine Rooftop-Bar geben.

Gegenüber, am Handelskai, wird das „Haus am Kai“ stehen. Ein Horizontalbau, in dem unter anderem die Service- und Verwaltungsräume des Terminals untergebracht werden. Für die vier Obergeschoße ist die Nutzung noch offen.

Was kostet der Terminal? Wer finanziert ihn?

Laut Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) kostet die Errichtung des Terminals 200 Millionen Euro. Umgesetzt wird das Projekt als Public Private Partnership. Als Investor fand sich im Rahmen eines Vergabeverfahrens die Donau Busterminal Realisierung GmbH der beiden Unternehmer Ariel Muzikant und Markus Teufel. Das heißt, das Projekt wird gänzlich aus privater Hand finanziert. Die Entwicklung übernimmt die IES Immobilien-Projektentwicklung GmbH, die unter anderem für den Marina Tower mitverantwortlich ist. Der Liegenschaftseigentümer bleibt aber ein eigens gegründetes Unternehmen der Wien Holding (und damit die Stadt Wien), welche das Baurecht und die Dienstleistungskonzession vergibt.

Wer ist für den Betrieb verantwortlich?

Den Zuschlag bekommen hat die BGR Busterminal GmbH, hinter der sich drei bekannte Verkehrsunternehmen verbergen: Blaguss, Gschwindl und Dr. Richard. „Sie haben die meiste Erfahrung“, begründet Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) die Wahl.

Wie ist der neue Terminal verkehrstechnisch erschlossen?

Die U2-Station Stadion ist nur wenige Minuten zu Fuß entfernt. Außerdem ist der Terminal an die Buslinien 11A, 77A, 79A und 79B angebunden. Es sind genügend Parkplätze vorhanden, etwa im Stadion Center, heißt es (siehe Grafik). Die Zu- und Abfahrt der Fernbusse erfolgt über die Anschlussstelle Handelskai der A23 und direkt über den Handelskai. Anders als bisher wird es daher künftig in der Meiereistraße, der Engerthstraße und am Marathonweg keinen Fernbus-Verkehr mehr geben.

Was passiert mit der Sport & Fun Halle auf dem Areal?

Aktuell wird nach einem Ersatz-Standort – ebenfalls im 2. Bezirk – gesucht. Im Idealfall soll in der neuen Freizeitanlage sowohl Indoor- als auch Outdoor-Sport möglich sein.

Wie sieht der weitere Fahrplan aus?

Der Siegerentwurf der Architekten ist die Basis für den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan, die noch im Gemeinderat beschlossen werden müssen. Die Vorbereitungen würden bereits laufen, betonte Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Dienstag. Danach erfolgt die Detailplanung. Bis zur Umsetzung wird man sich allerdings noch ein wenig gedulden müssen: Der Baubeginn wird laut Hanke frühestens Ende des kommenden Jahres erfolgen. Die Inbetriebnahme ist für 2025 geplant.

Fahrten
Fernbus-Fahrten durch Europa sind aufgrund der geringen Kosten in den Jahren vor der Corona-Krise immer beliebter geworden. Vor der Pandemie  sind in Wien pro Jahr bis zu 200.000 Ankünfte und Abfahrten mit Fernbussen registriert worden, weisen die städtischen Statistiken aus

Passagiere
Rund fünf Millionen  Passagiere seien jährlich per Bus nach Wien oder von Wien weggefahren, heißt es seitens der Stadt 

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