Brennpunktschulen sollen gefördert werden, meinen Neos und SPÖ unisono.

© Kurier/Gilbert Novy

Chronik Wien
04/26/2021

Wien: 16 Projekte zeigen, wie Elternarbeit an Schulen funktioniert

Die Stadt Wien motivierte Vereine und Initiativen, Projekte einzureichen. 16 werden nun mit 347.000 Euro gefördert.

von Bernhard Ichner

In Wien hat rund die Hälfte der Kinder unter 15 Jahren mindestens einen Elternteil, der keine eigenen Erfahrungen mit dem österreichischen Schulsystem hat. Und wie eine Studie im Auftrag der MA 17 (Integration) belegt, hat das Bildungsniveau der Eltern (neben Faktoren wie Wohnort oder im Alltag gesprochener Sprache) maßgeblichen Einfluss auf den Schulerfolg der Kinder.

Wie berichtet, will die Stadt nun bildungsferne bzw. schwer erreichbare Eltern deshalb stärker in die Pflicht nehmen. Niederschwellig und in deren Muttersprache.

Im Rahmen eines sogenannten Fördercalls motivierte die MA17 Vereine und Initiativen daher, innovative Projekte einzureichen. So gebe man Experten auf dem Gebiet der Elternarbeit die Möglichkeit, ihre Ideen einzubringen, sagt Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos).

44 Projekte wurden eingereicht, 16 werden nach eingehender Prüfung nun mit insgesamt 347.000 Euro gefördert.

Berührungsängste nehmen

Darunter etwa das Projekt SESAM der Diakonie, das bis dato an zwölf Brennpunkt-Volksschulen in Favoriten, Simmering und Ottakring im Einsatz ist und künftig auch in der Brigittenau Anwendung finden soll.

Das Projekt, das Berührungsängste der Eltern mit dem Themenkomplex Schule abbauen soll, folgt dem Prinzip der Wiener Bildungsgrätzel (wo Betreuungseinrichtungen mit außerschulischen Einrichtungen dauerhaft zusammenarbeiten, Anm.). Nur sind in diesem Fall nicht die Schüler die Zielklientel, sondern deren Eltern.

„Es geht darum, themenbezogen Kooperationen zwischen der Schule, den Eltern und den Einrichtungen im Grätzel herzustellen“, erklärt die Projektleiterin der Diakonie, Heike Summerer.

Best-Practice-Beispiele

Erreicht werden die Familien dabei multilingual ab dem Moment der Schuleinschreibung über Workshops oder Eltern-Cafés. Und zwar auf Türkisch, Bosnisch, Arabisch oder auch Farsi.

Die anderen 15 Initiativen arbeiten teils mit ähnlichen Methoden. Es gehe aber nicht darum, 16 Parallelstrukturen zu schaffen, heißt es aus dem Büro des Bildungsstadtrats.

Das Ziel sei, am Ende der Förderperiode (Ende 2022) zu evaluieren, welche Herangehensweise am besten funktioniert habe. Das Know-how werde gebündelt – langfristig sollen die Best-Practice-Beispiele Wien-weit zum Einsatz kommen. Die Erkenntnisse aus den Projekten werden auf einer eigenen Website der Stadt veröffentlicht.

Eltern über gezielte Bildungsarbeit abzuholen und in den Schulalltag besser zu integrieren sei „ein wichtiger Grundstein für den erfolgreichen Bildungsweg und die Chancengleichheit von Kindern“ , sagt Wiederkehr. 

 

16 Methoden, um Eltern abzuholen

Initiativen
Folgende Projekten werden von der Stadt gefördert:

- DUKUNDO (Neue Österreichische Organisationen)
- ElbA – ElternbildungsApp (Kinderfreunde Wien)
- Eltern fit – Schulung für geflüchtete und zugewanderte Eltern (NACHBARINNEN)
- Eltern stärken (Eltern-Werkstatt)
- Eltern stärken – Kultursensible Schulung von Elternkompetenzen (AFYA Verein zur interkulturellen Gesundheitsförderung)
- eltern.tisch (Katholisches Bildungswerk Wien)
- Elternarbeit in Macondo (Diakonie Flüchtlingsdienst)
- EMeKo – Eltern Medien-Kompetenz (Piramidops – Frauentreff, Bildungsgrätzl LeoMitte)
- Evi – ElternVertretung interkulturell (LEVW LandesElternVerbandWien)
- First Contact (Schule im Aufbruch)
- Gemeinsam durch’s Reden (Lernraum 14)
- Kompakt (Orient Express)
- Medienprojekt für Eltern-bildung (IEZ Interkulturelles Entwicklungszentrum)
- Newcomer Podcast (Diakonie Flüchtlingsdienst)
- SESAM – Schule Eltern Sozialraum Arbeiten Miteinander (Diakonie Bildung)
- Wiener Bildungsnachbarschaft (Teach for Austria) 

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